Л 1082. 26. Ма 1864.
	Mlnstrirte Zettung.
	Wodenkalender.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

у Rufien .

1864  roteftanten Яо [рее Забей   Змеи
: 1864 5624 1280
macy Mary BMdar   Shewal

27. ©. Эней DOfterfelt 15. 2. Faftf.  19. 18.
28. Dt.  Oftermontag Oftermontag 16. Sabinus  20. 1.
29.9.  Guftafius Guftafiua   17. Wlerei 21. 20,
30. M.   Guido Duirinus 18. бут. Зее.  22. 24.
31. Х.  Detlaus BValbina 19, Darius [23. 22,
eet
. 5.  Dorothea Hugo 120. 305. Фет,  24. 23, Diduma
2. 6. [Rofamunde Fr. v. Paula 21. Sef B. ( 25.Schem. 194.
Aftronomifdher Kalender.
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28 0 24 99 12 5 31  247 1 36\— —
29 0 38 95  12 4 45  260 2 42  0 20 НВ
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1 0 40 15 12 3 50   302 4 58] 2 40
2 0 44 19 18 3 32  317 [+5 i! 3 15

 

Gonnenaufgang 5 WU. 45 M. Sonnenuntergang 6 iW. 30 Dt.
	wegtes Brertel ъем 30. Vttirg 11 UW. 10 Pt. abenbs. ¢
	Фгоме fiiblide Whweidung bes Mondes vom BWequator 5еп 29. Жал 10 И.
_ pormittags.
	SuiminationSbauer ber Gonne 2’ 9% Sternzett.
		Ailustvirie Seitumy,
	rend der Glang und Rubm des Croberers, die madjtige Wn-
regung, die von ihm ausging, und der innere, geiftige Gehalt
feiner Sendung. unverloren blieb fiir die nadjwadfenden Фе:
бете.

Wie Philipp yu ЭИехалоек, fo werbielt fic) Marlowe gu
Shakelpeare, und wie die Felbherren, weldje ben qroben Mi:
nig iiberlebten, fein Weltretch zerftiickelt unter fid) theilten, fo
theilten fich die Madjfolger des grofen Dichters in die бете:
den Gebiete feiner weltumfalfenden Dichiung,

G8 ift meriwiirdig, aber tuohl zu erflaren, dab der Wufbau
und Zerfall deS poetijden Reiched, wwelches Marlowe und Shate-
fpeare gegriindet hatten, mit den hiftorijdjen Creigniffen fener
thatenveithen Beit Gand in Hand ging. Man fann 149% den
Beginn der Bliitezett des englifejen Dramas an die Vernicdtung
ber fpanifdien Urmada fniipfen, dev England feine Oerefdaft
itber die Mteere verdantte, und bad Ende der furgen Glany-
fertobe fallt sujammen mit ben Unruben und Bitrgertriegen,
weldje dem Sturze Karl s I. vorhergingen.

Fite groge politifde und poetifche Thaten tritt eben der giin:
fligfte Moment immer bann ein, wenn givet Beiten und Mache,
eine untergehende und eitte werdende, aufeinanbder ftofen. Die
einen nebmen Partei fiir dad alte, die andern fiir das neue, und
nur ein gang grofer Diditer, twte Sophotled bet den Griedjen,
Shafelpeare bei den Englindern, vermag fidh iber beided gu er-
heben, die berechtigten Clemente beider Parteten anguerfennen,
fie gut berfohuen und zu beherrfdjen.

Sn Shatefpeare vollgog fich der росе Whfehlup ded Mittel-
alter, burd) jeine hiftorifden Dichtungen webht nod) der ritter-
Liche Geift de iiberwundenen Feudalftaats, wabrend er gugletd
der neuen eit fo geredht tourde, da® feine Werke erft jest, oritt-
halb Yahrhunderte nach feinem Lode, redit anfangen, da3 Ge:
meingut aller Gebtlbeten gu werden. Billig unbegriindet ift die
Unnahme, dak die Beitgenoffen de8 grofen Dicjters ihn fdyon
fo gut 3u twitrdigen getuuft batten wie wir ihn heute witrdigen ;
pielmebr Labt fic) nadjwetjen, das weniger bas Grofe und Ewige
in feinen Sdhipfungen ihm den Beifall der Menge getwann, tve=
niger bas, twodurd) er fid) bon den gleicgeitigen Didtern unter-
fchied, als da8, worin er thnen glid, in ben Conceffionen, die ex
dem Gefdmact bes Publifums madte. Ware dem anders, fo
wiirden nidjt feine minder begabten Nachabmer ihn fo fdjnell tn
der Gunft des Publifums itberfliigelt haben und wiirden nicht
gerade diejenigen ihrer Dramen, weldje dem geliiuterten Ge-
jdjmade am veviverfliciften erfdjeinen, damal8 die gefeiertiten
getvefen fein.

Der Wurm de3 Berderbens lag fehon in der Knospe des
englif{dhen Dramas, und nur daraus erflirt fid) die fonft villig
rithjelbafte Erfdeinung, dak feine Blitte etne fo ttheraus turze
war. Gine Menge giinftiger Umftinde hatte zufammengetirtt,
fein rafche3 Wufblithen gu fordern; die Haupturfache tft 16000 in
hen Wirkungen der Reformation gu fucjen. Wabrend der Zerten
bed Ritterthums befand fich die Literatur vorgugsweife in den
  Sinden ver vornehmeren Raffen und der geifiliden Orden;
 burd) bie Reformation wurde jedem der Weg zur literarifden
  Arena gebahnt. Schon die Weberfehung der Bibel twar von un-
- ermeplichem Cinflub auf die Cniwidelung der Literatur, ba fie
affen gletdeitig die reinften Quellen ber Weisheit und Poefie ev:
- {hloh. E8 geht aus den Werken fajt aller Didster aus der Bliite-
	zeit bes engliidjen Theaters hervor, dab die Bibel etne Haupt:
	quelle ihrer Begeifterung war. Durch dte Леросииитоц, verbun:
bert mit ber Wieberbelebung der Scpage des clajftjden Wlter-
thums, twurbe bie Saat in den fruchtbaren Wder Witenglands
gefireut, welde in den Tagen Glifabeth’s und Jafob’s in jo
veicher Ernte aufging.

Dazu fam von feiten des Bolts eine noch frititlofe, frijde,
poctifde Empfinglidkeit, ein nod) ungegiigelter Enthufiasmus
und aud) ein Wherglaube, ben die Dichter nidjt theilten, der
ihnen aber fehr in die Hinde arbeitete. E8 ift nicht mit Unredht
bemertt worden, dab der Shakefpeare eines aufgetlarten, philo-
fophijdjen Bettalters wahridjeinlich feine Hevenjcenen in Macbeth
nicht gefdrieben haben iwitrde.

Wahrend die bramatifden Dichter ber Frangofen fic) nach
den misverfiandenen Muftern der Wlten bildeten und in faltem
Formalismus verloren, griffer bie englijden Poeten Lihn ins
пене Gerg, Гете Geheimniffe nad allen Seiten exfdliepend
und in havatterifiifden Geftalten offenbarend. Die Philofophie
fiel bet thnen mit der Poefie gufammen und wirkte in diefer con:
creten Faffung nur um fo madtiger. Das gilt im grofen und
allgemeinen und borgugSweife in Begug auf Shatefpeare, wih:
rend iit bei ben anderen Didtern jener Beit haufig Dinge fin-
pen, weldje darguftellen heute geradegu unmoglid) wire, und
welche und fo abjtogend und rob erfdjeinen, daft fie und — ohne
RKenninif ber Ucladcjen thre Cniftehens — leidt ba Gange ver:
leiden fonnten. Wlein wir diirfen nidt vergeffen, dab die Didjter
bamal ledigltch fir die Biihne [ejrieben, dab diefe metitens nur
pon Reuten aus den unterften Sdhidjten und aus dem Miittel-
jtande befucht wurde, die an Roheiten und Ungeheuerlidfeiten
Gefallen fanden, welche uns heutgutage unbegreiflic) evfdjetnen.
G8 liegen und ausdriidlide Beugniffe vor, dab die befferen
Dichter den rohen Anmuthungen de3 Publitums nur mit inner:
ftem Widerftreben fid) fiigten, aber nadjgeben mufter, toenn fie
ein volles Haus machen wollien. Das Theater war eben in Eng:
land fein Gof: oder Nationalinftitut, fondern ein Bolkstheater,
mit allen Borziigen und Nadtheilen eines foldjen. Von einem
Rertehr, wie Ludwig XIV. mit den hervorragenden Didstern
und Rinftlern feiner Beit unterhielt, war am Gofe Clijabeth’s
niemal8 bie Rebe. Bwar hatte die jungfrdulide Konigin ent-
{bieden poetifdje Bediixfniffe und Netgungen, umd verfudte felbjt
hin und toieber ihre gehetmften Gebanten und Gefiihle in Verfen
ausgufpreden, allein ihred perfonlichen Umgangs turden nur

pie den hichften Standen angehirenden poetifdyen Dilettanten
gewiirdigt, weldje an ihrem Gofe lebten und fo biele ieder gum
Neeife ihrer Schingeit und Weisheit didjteten, bab fid ein duper
Lich gang ftattlidjes Werk daraus gufamimenftellen liebe.

on den groken dramatijhen Didjtern, welde ihrer Regie:
rung unfterblidjen Glang verliehen, war nod feiner geboren al8
Glifabeth ben Thron beftieg. Sie hat das Theater vom Puppen-
fpiele an bid zur hidften Blitte der Vollfommenheit fid) ent:
witteln fehen, ohne die dramatifde Runjt irgendwie thatig gu
fordern oder yu unterftiigen. Jhr eingiges Berdienft beftand davin,
ihr eine Oinderniffe in den Weg gu legen und durd oftern
Theaterbefudh dem hochmiithigen Adel mit gutem Veifpiel voran:
qugehen. Gxft elf Jahre nad) ihrer Thronbefteigung twurde die
exfte ftehende Bithne erridjtet, und gwar mufte bas aufserbalb
ded eigentlidjen BereidS der Stadt gefdehen, an einem Orte,
der nidjt unter der Qurisdiction deB Lordmayor ftand, welder
bie Schaufpieler al3 unehrbare Leute aus London veriwiejen
hatte und fammt der hodjadjtbaren Corporation ber Cith the
unverfobnlicker Gegner war unb blieb. Der Oppofition diefer
ehreniverthen Manner gegen bad ,, unheilige Theaterwefen “
	 chlofjen jic) alle rejpectablen Burger an, weldje tren Hefpecta-
bilitaisbegriff nad) duperen Begtehungen regelten.

So hatten denn die armen dramatifcjen Dichter, twelche meift
suglei Schaufpieler waren, bon vornberein mit allerlet Mis:
gunft und Unbrul yu fampfen und nabmen in der biirgerliden
Gefellfdjaft eine gang vereinfamte Stellung ein. Man lies fich
vor ihnen unterhalten gegen ein billige’ Cintrittageld, allein
dabei hatte e3 fein Bewenden. Die Hervorragendften unter ihnen
{Hagten fich gliclich, went fte irgendeinem aviftotratifden Gin:
nev oder Runftenthufiaften thre Werke dediciren durften und eine
Bergiitung dafiir empfingen. Cin intimer Verkehr folder Ginner
mit den Didtern und Sdaufpielern fom nur in felienen Wug-
nabmefallen vor.

WM man einen Vergleich siehen giwifden den Biihnenguftdn-
ben ber damaligen Beit und der Gegenwart, fo darf man die
aufere Stellung, welche das altenglifde Theater im Wnfehen
dev Gefellfcjaft cinnabm, nidit hdher anfdlagen als diejenige,
welche Heutgutage unfere Vorftadthithnen etnnehinen. Sowenig
biefe cigentliche Gamimelplige der guten Gefellfdjaft find, ob-
gletch fie fehr haufig Befucer aus allen Standen, bis in die
Hochiten Regionen binauy, an fic) loden, fowenig waren e8 jene,
ibe die Kinigin und andere hohe Perfonen fie haufig be-
fudhten.

Die Stelle unferer heutigen Gofbiihnen wurde damal3 ver:
treten durd) die Privattheater ber Grofen, welche fdon Lange
vor und lange nach ber Erricting der sffentlidien Biihnen be-
ftanden, und auf weldjen, in gefdjlofferen Reeifen, oft Serren
und Damen aus ben hbdften Stinden mitwirlten, wahrend in
den sffentlidien Theatern alle Frauenrollen, ohne Ausnahme,
von Rnaben oder Mannern gegeben wurden,

Die Shaufpiclertruppen beftanden anfangs детенизи nur
aus vier Rerfonen, wovon jede mehre Hollen iibernehmen mufte.
Зи Yahre 1583 wibhlte Clifabeth swolf der vorgiiglidften Schau-
fpieler aus verjdhiedenen, von den Gdelleuten unterhaltenen Ge-
fellfdhaften, die ber Ronigin Livree tragen und ,,Ahrer Majeftat
Diener” genannt wurden. Diefe Shaulpieler hatten gegen eine
geringe Befolbung (die Befthezahlten erbielten faum 34 Pf. St.
jabrlic)) die Verpflichtung, bet befonderen Gelegenbeiten im Pa-
lajte ber Rinigin yu fptelen, und fie flanden, gletchwie bie fo-
genannten ,,Rnaben der Rapelle’, unter dem Befebl des Mafter
of the Revel3, der zugletdh die Cenfur tiber alle aufmufithrenden
Dramen ausitbte.

Mus ben Knaben ber Kapelle, die gewshnlich damit anfingen,
Srauenrollen gu foielen, rekrutirten tidy (pater auch die anderen
Theater. Wuberdem hatte jeder Sdaufpieler nocd feinen Lehr:
fing, dev metft jugendlide Rollen fpielte und wodentidd 4 bis
6 Sh. Gebalt befam, wahrend die Cinnahme ber Sdhaufpieler
felbft fic nad) ihrer Stelung gum Cheater ridtete. Ste zerfielen
in Chetlnehmer und Miethlinge (Shavers und Hirelings); die
erfieren waren unmittelbar bethetligt am Gewinn, die legteren
evbielten eine beftimmte Gage. Die Cinnahme fir fede Bor-
ftellung wurde ndmlidh, nay Xbaug ber Tagesfoften, in 40
gletche Dheile gethetlt, wovon die Cigenthtinter des Theaters
	15 Dheile erbielten und die Gaujpieler 22, wabrend der Heft
	sum Wntauf neuer Dramen beftimmt war.

Die Zufdauer wurden durdy Trompetengefdmetter und lauten
Wusruf herbeigelodt, eine auf der hodften Spige des Theaters
entfaltete Fahne verkiinbdete, ba® die Voritellung beginnen iverde.
Der iiberall angefdlagene ettel enthielt nur den Titel des Sticks,
ohne Verzetdhnif der Perfonen und Schaufpteler.

Schon im Fabre 1583 flagt ein eifriger Puritaner, John
Зе, и feinen ,,Grmabnungen zu einem gottfeligen Wandel”
(Godly Exhortations) folgendermafen itber die UWyiehungstraft
der Theater: ,,Diefen Flaggen bes Trokes gegen Gott, und den
Trompeten, die geblafen werden, eine folche Gefellidaft sufammen:
subringen, wird e8 eber gelingen dffentlide Orte gu fiillen als es
pas Predigen def heiligen Gotteswortes vermag.”’

Se beftiger im Laufe der Beit die von den Puritanern und
Rundkopfen ausgehende Oppofttion wurde, defo mehr nahmen
fich bie jungen vergitiigensfiictigen Cavaliere bes Theaters an,
oo nur die Srtreme der Gefellfchaft den Don angaben. ©8 Бе:
purfte ftarker Reigmittel, die Wufmerffamfett eines folthen Publi-
Вии gu feffeln, an weldem die griehifden Tragidten, deren
damals verfdhiedene in ber Ueberjegung aufgefiihrt wurden, faft
fpurlos voritbergingen. Dagegen fornnte der Dichter biefem Pu-
blifum, deffen Bhantafie durch die Miratelfpiele und Moralitaten,
welche off Creigniffe von Dabehunderten in wenigen Stunden
abjpannen, an da3 Wunbderlichfte und Ungeheuerlidfte getwdhnt
war, aud) die ftdrfften Bumuthungen machen in Begug auf felbft:
thitige Grgdngung de8 in diirftiger Form mangelhaft Gebotenen.
War das Publifum nur in der Haubtfade gepadt, fo lie eB fich
purd nebenfadlide Ungulanglichteiten nicht aus der Stimmung
bringen.

Gin Ghid war e8 unter foldjen Umftdnden, dap fic von
bornherein Didier von hoher Begabung und claffifdher Bilbung
тег спа фен Bolfsbiibne bemidtigten und mit fiinfilerifdem
Bewubifein einen Stil fejufen, der fiir ihre Nadhfolger mafe
gebend blieb, fodab alle bramatifden Didtungen jener Beit, wie
mannigfaltig und verfdiebenartig ihr Gebalt aud fein modjte,
in der Form eine tiberrafdhende Nehnlichfeit haben, weldje e8 oft
{ower macht, thre Verfaffer zu unterfdhetden, gumal manches
Drama giwet, dret und oft nocd) mehr gemeinfdaftlidje Verfaffer

atte.
’ Qn Betreff de8 Anhalts dtefer Dramen geigte fid) aber {chow
nach furzer Blittesett etn jo ttefer fittlider Verfall und Unge-
{hmad, dab die meiften damaligen Bugftiide fiir un3 faft unge-
niegbar erjdeinen, ja dab uns mandje {don durch ihre (in heuti-
ger Damengefellfdhaft unausfprecliden) Vitel abfchrecen.

Die Verwilderung und fittlihe Begriffsverwirrung der Dich:
ter ging mit der de8 Publifums Hand in Hand und dies fiihrt
ung pu der im Cingange gemadten Bemerfung juriid, dafy der
Wurm de3 Verderbens fdjon in der KnoBhe bes englifdjen
Dramas lag.

Bon vornherein war da Bntereffe am Stoff iberwiegend
und die firengeren Forbderungen der Kunft traten mehr und mehr
in ben Hintergrund. G3 gab noch feine afthetifde Kritif, um den
ungeftiimen Sdaffensdrang der Dichter gu zitgeln und in bie
redten Bahnen gu leiten. Das Theater ftand nicht hod) genug
im Unfehen, um als eine nationale Vilbungsanftalt getwiirdigt
yu werden; die gedriidie Stellung der Sdhaufpieldidter wirtte
nadthetlig auf ihr Schaffen wie auf ihren Charatter ein; da fie
nad augen feinen Halt batten, verloren fie auch den innern Halt
wid der Beifall der Menge, die eingige Oiuelle ihrer Wnregung
und Belohnung, wurde sugleich die Duelle ihred Berderbens.

Nur der eingige Shatefpeare bebielt, troy aller Ungunft dex
Perhaltnifje, immer die hodiften Bele der Kunjt im Wuge. Die
Conceffionen, weldje ev bent Publifum machte, beftanden in unz
twefentlidjen Eingelheiten, bie ebenfo gut hitien weg bleiben fonnen,
obne dem ewigen Werthe feiner Diditungen зи fdhaten. Wber was
	Barometer in partyer

 

 

864   Binion auto eeu ке nad Réaumr   going.
.   8 Uhr   1 Nbr   6 Uhr   8   ade 6 gr . vidjtun
friih rath.   aber frill wa   sia Mt ее
18   33496] 335,92) 335,49  -+

14   33390 33362   333.72

15 331,68   331,14   330,43

16   33289   333.03   333,97   -

1   33820   33809   38745   —

18   335.97   33414   393,66

19   33239   33232   381/89   —

Shakefpeare v pon n Gervinus.
(Fortfesung und Sdhlugk aus voriger Nummer.)

Wud anderen Didtern ijt e3 gelungen, dramatifde Charak:

 
	tere gut jchaffen, twelche fic) durd) befttmmte, threr etgenen Matur  
ent{pringende Merfmale genau voneinander unterfdeiden, in
ihrem Bufammentreffen etne fpannende oder ergreifende Hand:
Lung erjeugen und durdweg allen Hinjtlerifden Wnforderungen  
geniigen, allein diefe Charattere zeigen uns den Menfdjen meift
nur bon einer Seite und find gleidjam nur fiir bad Stiid, worin
fie auftreten, zugefenitten, tiber dejfen Rahrten fie nidt hinaus:
reichen. Sie find leicht yu durchfdjauen, bieten wenig Stoff gum  
Nachdenten und intereffiren uns nur, injofern fie bas Stitd tra:
gen ober davon getragen twerden.

Die Shatkelpeare’[djen Charaftere hingegen ragen jo tweit iiber
die Grenjen feiner Dramen hinaus, twie der Geift des Menfden
iiber feinen Rirper; fie find unergriinblic) wie bas eben felbjt.
Seit bald britthalb Jahrhunderten haben die midtigiten Didjter
und Denker fie qu deuten gefucht und find nidjt damit gu Ende
gefommen , und man Wird nod Jabrtaufende daran deuten und
nidjt damit gu Gnde fommen; man wird immer neue Seiten threr
ewigen Leben3wabrheit entdecen und alte Srrthiimer gu без:
tigen finden. Denn tein anderer Didjter hat e8 fo wie Фра:
fpeare verftanden den Menfden tiberall sub specie acterni zu
aeigen, immer gange Dtenfdjen gu {cjaffen und felbft ba, wo nad
der Defonomie bes Stiides nur eingelne Biige eines Charatters
aur Erfgeimng fommen fonnen, uns gu befahigen aus Увек
Biigen einen Ridjglug auf das базе зи maden, wie aus den
PBlattern ober der Frucht auf den Baum.

Ginen folden Dichter, der bet feiner wunderbaren Geftal-
tungStraft immer aus dem Urborn be8 Lebens jdipft und
inter dem Bergingliden bas Ewige yu offenbaren wetp, gang
qu toiirdigen, erforbert die Hodhfte Anfpannung aller Geiftestrafte,
ooraus dent, bet genauerm Studium, eine demuthvolle Hin:
gebung von felbjt entipringt als unerlablidje Bedingung zu feinem
erfrandnip.

Wer da glaubt, die grdferen Werke Shatefpeare’s mit der:
felben eidhtigtett burdjbringen gu finnen, wie eftwa die unjers
Goethe und Sdjiller, der wird nur den halben Genus davon
haben, nicht allein deShalb, шей Shafefpeare in fremden Boden
qourgelt und einer andern Beit angebirt, die man fennen mu,
um ihn gut verjtehen, fondern aud) beShalb, weil er fic) gang
hinter feiner Sdipfung verbirgt und viele feiner Schinheiten
aufgeiucht fein wollen, tvie die Quellen im jdattigen Waldes-
об. Dagu fommt die gu _jener Beit herrichende Sitte der
pramatijden Dichter, ihren Фет eine Menge Dinge etnyu-
Eniipfen, welde gur Belehrung und мии Grgdgen de3 neugierigen
Publifums dienten, aber mit dem Stiice felbft eigentlich nichts
qu thun atten — Unfpielungen auf damals in den Vordergrund
tretende Greigniffe, Buftinde und Perfonen, welde, ции Иа
gedeutet, tie bas oft genug vorfommt, leidt etn falfches Licht auf
a8 Stic oder gar auf den Dichter felbft werfen, dejfen hehres
Pild man immer nod nidjt milde wird, durd) abgefdhmacte nicht
alleint aller Wahrheit, fondern aud alter ahr) hetnlichfeit ent:
behrende Biige gu verunfialten. C8 wird biernach jedem ein:
Тент, wie widjtig fiir die grofe Menge der Lefer ein Werk
fein mu, teldjes mit liebepoller Hingebung, Klarheit und Sach:
Fenninth gefdrieben, dem Perftdndniffe des arofen Didhters in
faft allen mejentliden Puntten gu Hilfe fommi. Yndem wir
biefe Borgiige dem Gervinus fden Werke guertennen , fpreden
wir eit grobes Lob aus, dad dem Hervorheben etngelner Mangel
und Ginfeitigteiten, auf weldje tir [pater fommen iverben, billig
yorangeftellt wird. a

Hier wollen tir einftiweilen unfere einlettenden Bemertungen
iiher Shatefpeare und die altenglifde Biihne gu Cnde ТИбтеи.

Die Bliitezeit de3 englifdjen Dramas, welde der wudtige
Marlowe im Sturmidritt heravfgefithrt und tweldje in Фра:
foeare thren Hihepuntt erreidjte, toar zu glorreid, um von lan:
ger Dauer zu fen. Sie glid) — wenn fiir die Poefte ein Gleidh-
nif aus der politifdhen Gefdhidhte erlaubt ift — ben Croberung3:

os eK a Se NRRL staetaminanftan
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igen Uleyander’s ‘be8 овен, welche die Welt untertwarfen, в

OWA fd. nee atten: seu Rota Неба 4
	phne doc) eit Dauerndes Weltretd) zu grumbden, uno deve ев.
eut-(ae ip Snell verloren auntgen wie ite gelvonmen waren, аб: