Slitgel befinden fic) die Statuetten von je flinf Heiligen, unter denen
der heilige Georg, gang in der Riiftung der Beit, als befonders aus:
gezeichnet, in Ghps abgeformt worden ift; in ber Mitte aber, unter
drei reidhen, gothifden Scirmbdachern, fammilich in Rundwerk, rechts
die Anbetung der Rinige, eine Compofition von neun Figuren, im
Centrum die Krewigung, mit gwangig viel fleineren Figuren, Links
endfid) dic, acht Fiquren enthaltende, Grableguing. Alle уве Gculp=
tuven find mit Govefalt bemalt und theilweife vergoldet. Wuferdem
aber befindet fich noch eine grofe Sabl nicht bemalter, Heinerer Sta-
tnetten bon идем und Heiligen trefflicher Wt, auf Gaulden und
auf den Spigen der Giebel. Diefe Sculpturen beweifen nun, dag
be Baerze ein gwar fehr ausqegeichneter Minfiler war, der fich jedod)
wefentlic) nod an bie alterthitulice und allgemein verbreitete Runft-
weife bed l4ten-Sahrhunderts gehalten fat. Die wobhlproportionir-
ten Siguren haben nod) wfter, wenn gleid in gemilderter Weife,
jenen, den gothifden Sculpturen eignen, Shwung. Daffelbe gilt
auch von den Gewindern, obwohl die einzelnen alten weiter ge-
halten find. Sa, im den Mopfen begegnet man nod) ofter dem
breiter, gedunfenen Typus, welder befonders fiir die Leste Beit des
13ten und die erfte Halfte bes Idten Sahrhunderts dharacteriftifd
ift. Sreilich erfennt man auch bei ihm in manden trefflichen, in
ben Formen individualifirten, im Wusdrucd lebendigen Mipfen die
realiftifce Richtung, und diefelbe verrdth fich auch in der Unordming
der hiftorifden Darftellungen, die etwas Berftrentes und Zufilliges
hat. Die einzelnen Theile find endlich von fehr ungleidem Werth.
So ift ver bereits verfchiedene Ghriftus am Kreuz edel im Motiv,
filanf im Gerhalinigf, richtig. in der Beichnung der Haunpttheile.
Dagegen find die Bferde von drei Meitern fo fdwadh, bak fie Бе
weifet, wie ber Meeifter nie Sindien diefes Thieres gemadt haben
fonn.

An dem andere Witarfchreine find die Bilber an den Auhen-
fetten ber SLiigel nicht mehr vorhanden. Wud) hier befinden fich an
den inneren Seiten je fiinf Heilige, in der Mtitte aber, in ganz ahn-
licher Weife, wie bei dem wvorigen, die Enthanptung Johannes bes
Taufers (fechs Figuren), Borginge von Neartyrern (fieben Figuren)
und die Verfudung de8 Antonius (vier Figuren). Obwohl man
бета diefelbe Art und Runft evfennt, ftehen Dod) ее БН Фен
Vorftellungen denen an dem erften Schrein um Etwas nacd.*)

Bon franzdfifhen Sculpturen find mir durch ihren Kunfiwerth
als bemerfenswerth aufgefallen:

Nr. 734 und 735. Bwwei fid) vem Mundwerf nifernde, in
Stein gearbeitete, fleine Reliefe, deren das eine mit dem 3. 1520
bezeichnet, urfpriinglic) fily die Canonici des Hospitals ves heiligen
Geiftes zu. Dijon ausgefithrt. Oas eine jtellt die Tanfe Chrifti,
pas anbere die Bredigt bes Gohannes dar. Die Wyordnung nach
per Ticfe iff von ganz malerifdem Prinzip, die Motive und Mspfe
aber fehr lebendig, die Unafithrung geiftretch und fleigig. Die Sodel
unter beiden zeigen Dagegen, in einem fehr guten, plaftifden Styl,
in Der Mitte zwei Engel von gliklichen Motiven, die ein Rund
mit einem Dilbniff halten, welches inde auf dem einen gerftirt ift.
Man glaubt, e8 fei das Brufibild Franz 1. gewefen, fo wie and)
bas nod erhaltene weibliche fiir defen erfte Gemablin, Claude de
Srance, gilt. Wuch gwet andere bildnifartige Figirden an den’
Seiten verdienen Lob.

741. Biwei еше Reliefe in Silber. Die Sammlung des
Mannah, als Borbild des Abendmahls, und diefes felbft, find febr
gute Urbeiten ber frangd{ifden Renaiffance, etwa um 1550, welche

 
	nad den Wappen filly einen um ие Zeit in Dijon angetehenen
	Herr Benigne Sacqueron und deffen Gentablin ausgefithrt wots
Dem finb.

Die Nr. 998 tragt die fteinerne Statue eines Ntannes, mit
einem offenen Bud) in der Redjten, die Linke auf einer Bioline,
weldje den Boden beriihrt. Der Kopf ift fein und wabhr, das
Motin lebendig, das Gewand gut geworfen. Die Ausfithrung
michte etwa um 1500 fallen. Da die Nummer fic noch nicht
im Gataloge befindet, mug diefe Statue eine fpatere Grwer-
bung fein.

Unter der grofen Maffe von Bilbern find mic mur folgende
als bemerfenswerth erfdtenen.
	1. Aus ber frangofifhen Sdule.

  Die Belagerung Dijons ourd die Sdhweizer im Gabry 1513,
ein Teppich von etwa 10 Fug hod, 22 FuG breit (Mr, 739). Wie
im Catalog richtig bemevrit wird, ift devfelbe nach der ganzen Runft-
form, wie nach ben Goftiimen, nicht Lange nach jenent Greignif
ausgefithrt worden. Die Wrt, wie die reiche Compofition angeordnet
ift, fo wie die gute Beichnung der Figuren, beweifer, dak der Care
ton von einem {ебу ansgezetchneten frangififchen Riinftler herrithrt,
aber and) die Urbeit bes Wirkers jengt von Runfteinficht und ft
{ет Меца.

DOhacinibe Rigaud, Das Bilonig des bevithmten Bild-
hauers Frangois Girardon (Nr. 131), lebendig und fleifig.

Antoine Coypel. Das Opfer des Sephta (Mr. 22). Cine
reiche, minder monivirte und fleifig ansgefithrte Compofition.

Srangots Colfon. Diefer, 3u Macon gegen 1750 geborene,
Maler war mir gang nev. Bn gwei Bildert, einem vom Sdlaf
itbervafchten Dikddhen, und einer, einem Beifig, welchen fie an einer
Sdhnur Halt, auflauernden Kage (Mr. 16) und einem ЗИРи feines
Baters (Mr. 18) zeigt er fich als einen tafentvollen Maler in einer
тет Grenze verwandten’ Richtung.

Pierre Paule Prudhon. Cin Plafondgemalde, worn in
allegorifden Siguren, von denen eine die Bourgogne darftellt, der
Ariumph des Ruhms, der Unfterblichfeit und der Tugend itber die
Beit und ben Tod veranfdhaulicht wird, ift gwar in der Compofition
wefentlicy nad) einem Plafond bes Pietro da Cortona im Palaft
Barberini gu Rom genommen, indeS macht fic) davin die finft-
levifche Cigenthimlictett Prubhons in den иное feineren Фот»
men, den fehineren Mdpfen, vor allem aber in der trefflicen Be-
	‘handlung ves Helldunkels in einer jchsnen Warbung, bod immer in
	emer jehr bedeutenden Weife geltend. Wich das Bilonif® des
N. Bornier, eines Bildhauers von Dijon (Nr. 915) von ihm,
zeicpnet fic) durd) die ware Unffatfung, die fletfige Wusfithrung,
aus.

2. Mus her italienifghen Sdule.

Umbrogito Borgognone. Maria mit bem Rinde in
reicher, ardhitectonifder Umgebung; нием ет, oben zwei Engel,
fegtere fchwebend, Diefes ift ein echtes, aber fein ausgezeichnetes,
befonders in Den Schatten ungewsdhnlid) dunfles, Bild diefes anfier
ber Lombardet feltuen Meifters. Фа eS feine Mummer tragt, muf
e8 eine neiuere Eriperbung fein.

Bernardino Luini Waria Halt das auf ihrem Schoofe
	‘ftehende Chriftusfind (Mtr. 341). Cin echtes, gefiilliges, aber fdiwa-
	chered Bild bes Neeifiers.

; B. Aus der niederldndifhen Sdule.

Hans Hemmelind? Die Anbetung ber Hirten (Mr. 239).
Gin urfpriinglich recht gutes, in ben Cingelheiten nod mit ver Gee
biegenheit ber ehdfdhen Schule purchgefithries, aber jest in vielen
Sheilen ftarE reftaurirtes Bild, inde® flix jenen arofen Meifter зи
	*) бы VergleiG mit per vortreffliden Wilrdigung Paffavants iiber фе   [wwadh. й De Хао] фай aft fdon urpprunglich bon einem, jenem
	Denfmaler ии Kuniblatt 1843.
	fvemben, fablen und fdmeren Son gewejen. Змф fpricht dte ganze