derlegen gu mufjen, ale ev felbft tm weiteren Gerlauf fener Arbeit   Wes gutheifen, was die neten Himmelsftiirmer damals thaten und
au einem -wefentlid) verfchiedenen Refultate gelangt und fowohl in! trieben, aber ет grofer Gewinn war es in jedem Galle, dab fie
der Landfdhaft, als im Genre, im Gefchichtebilde, wie in der Ploftif folche Borbilber aus der Vergangenheit aufgriffen, auf veren Grund:
und felbft in der Urdhiteftur eine Menge chavatteriftifdher Biige   lage ein Weiterbau und eine ftetige Fortbildung miglig war. Bei
nachweift, melde ber gegentartigen Runft durchaus eigenthiimlich den grofen Meiftern des Cinguecento verwehrt ihre abgefdhloffene
find und fie von allen Werfen vergangener Epodhen unterfdjeiden.   Bollendung eine fruchthare Nachfolge. Beder Sehritt iiber diefelben
Dah jede Kunfientwidlung Clemente fritherer Epocen iiberfonmmt,   hinaus fiihrt zur Manivirtheit, pagegen lieBen die alteren реш феи
welche jie 3u vevarbeiten, gu itberwinden hat, aR in jeder Beit eines (Dette, ganz abgefehen von ifrer nationalen Bedeutung, ebenfo wie
nenen Fort{dhrittes bas Nene mit dem Alten fich oft feltfam mifcht die vorrafaclifchen Bilder die Selbftindigheit ihrer Nacheiferer un-
und die fchirfere Unterfceidung пир Wiirdiqung evfcjwert, berfermt   geftévt: fie beftimmten den Grundton in der eingufehlagenden Riche
Springer felbft am wenigften. Um fo mehr wunbdert uns dabher,  tung, geftatteten aber im Weiteren eine guofe Freiheit.” Es fehliest
wenn er fragt: Sind wir denn in unfern sffentliden Zuftanden, fich hieran vie Schilderung , Overbed’s und rer Nazarener.  Mirch
	ет Tonnen wir тем Фе. им beifttmmen, wenn er Otejeniqen
	Berke Overbed’s, in welchen fclicht eine naive Empfindung mit
 tiefer Sumigheit fic) ausfpricht, bet Weitent den grofen fymbolifcher
	Sompofitionen, иле dem ,crinmph der Meligion” vorzieht, in wel-
	in unjern Gulturverbalinitjer auf etnemt neuen Drade beqrifjen? ме
Mufilarung des vorigen Sahrhunderts iff aud) noch gegenwartig dite
бабие des Ginen, das Gefpenft de8 Andern.“ Go wenig wir ge-
rabe jest Urface haben, die Aufllarung 268 vorigen Bahrhunderts
gering yu fcbigen, jo murzelt poch die heutige Wnfehauung auf einem
tieferen philofophifden Grunde, und die Gegenfike find fcharfer ent-
widelt, reiner und beftimmter ausqearbeitet als Damals. Dies weif
	дети зи  суабен, 16 пищей роб) ме heutige Lujcpauung auy einem chen ex durch) eine jcharfe Unalhfe das froftiq vefleftivte Wefen flar
tieferen philofophifcjen Grunbde, und die Gegenfite find fcharfer ent-   nad)tveift. Was er bei diefer Gelegenheit iiber dad ,,unbedingte
wicfelt, veiner und beftimmter ausgearbeitet als dDamals. Died wei Wiebderholen des mittelalterlich hiftovifdyen Sdeals  fagt, wie e8 von
ver Berf. felbft recht gut, denn dev freie Blick moderner wiffenfchaft- den Nazarenern nicht blof im ber Mtaleret, fondern auch in dev
пех Unjfaffung giebt fic) itberall in feiner Arbeit gu erfennen.   Mrchitettur als allein wahres Princip qepredigt wird, iff uns gang
	aug der Cecle gejprocen: , Die Berachtung bes Heidenthums, р. В.
	licher Qkiijfaffung giebt jid) иБетаШ tn feiner WUrbett gu erfernen.
Shenfo wenig finuen wir billigen, weun e8 an demfelben Orte heift:
„Зи der Plaftif haben wir uns weniaftens dem alletn gitltigen Mu-
	yon der РКИ Habe wiv uns wenigiiens реш яЦеит зивищеи ХУбие бег Эифие, Минеи” мг wicht unterfdpretben, und gwar einfach aus
fier ber Untife merflich genahert; wir haben auf die Originalitét   dem Grunde, weil wir diefe Beradtung dem Geifte der mittelatter-
verzichtet, aber eine grifere Gchinheit und tiefere Wahrheit al8 licen RKunjtanfdauung felbft widerfpredend finden. Ober follten
	dent Grunde, weil wir diefe Verachtung dem Geitfte der mittelalter-
lichen Runftanfdhauung felbft widerfpredend finden. Oder follterr
wir smittelalferlicher gefinnt fein als bas Mtittelalter jelbft? Reine
eingige Beriobe bev mittelalterlichen Runft fann aufgewiefen werden,
welthe nicht die Mifdung des antifen Darftellungstreifes mit dem
chriftliden Bewufifein mit naivem Sinne duldet, am Studium ane
tifer Sormen fich auffrifeht.” Diefelbe Fretheit des Standpunttes
macht er aber auch gegen die geltend, welche die abfolute Ridfehr
zur WAntife auf ihre Fahne jdveiben.
(Sdhluk folgt.)
	Bur Verthetdiquug des BPanraths Prof. J. Cifentohre gegen cine Pe-
hauptung des Seren A. Reidyenf{perger,

So hod geadtet im Wlgemetnen der Name Cifenfohr unter den

Urchiteften und Runfifennern unferer Beit ijt, fo wenta tft leider das,
	was der verftorbene augsgezetchnete Rilnftler erfivebte, im metteren Rreifer
befannt, fonbern nur einer verhaltnifimagig fleinen Bahl feiner Sdhitler
und Freunde als Vermachtuig bhinterlaffen, weil derfelbe nur wenig, und
namentlich feine Schriften herausgegeben hat. Daher fann mar fic) faum
parliber wundern, ba er vielfad) vollftdndig mifverftanden, und pefhalb
verfaunt wird, felbft von denen, die mit thm gletche Kunitridjtung ver-
traten.

So fithlen fid) die Untergeichueten verpflidtet, einem Vormwmf ent
gegenzuttreten, den Here W. Retchenfperger (in femem Vorwort gum gothi-
бет Weufterbud von Stay und Ungewitter) der von Cifenfohr heraus-
gegebenen Ornamtentif’ madjt. Wir find iberzeugt, Hatten fic diefe beinen
Mtinner perfSnlid) fermen gelernt, fie milrden fic) gwar ihrer fdbarfen
confeffionellen Trenmung bewut geworden fein, im vieler Begtehung aber
fid) ihrer grofen Uebereinftimmung exfrent haben, Herr Reidjenfperger
кре mit der gréfefter Hodadjtung von bent durd) und durd) gefunden
Streben viefes edhten Minftlers erfitllt worden fein, wie wir andererfeits
Reuge waren, mit welder Freude ver Baurath Eifenlohr vie Rede be-
quiifte, die Herx Retdhenfperger f. 3. in ver preufifdjen Kanrmer bet Ver-
handlungen itber die dortige Ban-Wfavemie hielt, in welder unter Anderm
pas, was Gifenlohr Langft in der Stille anftvebte und verwivtlidjte, einmal
Bffentlich vor weiteren Kveifer ausgefprodjen wurde.

Des Bauraths Gifenlohr дала Hinftlerifdes Leben verfolgt den
	Sab: тав а[[е ат НеНои фе босмеи 6 Иииа oon ber Gon-
	vergictet, aber eine gropere Gdsnbett und trefere Wahrheit als
Grfag dafiir gewonnen.  Wie veimt fich dies mit dev bei der Gin-
zelbetrachtung der plaftifchen Werke geqebenen Schilberung des ,,Mea-
{igmus in der Seniptur”, wo e8 gerade als neu ind etgenthitmlich
	mit Hecht Hervorgehoben wird, рав odie chavafteriftifdhe Wahrheit dhriftlicdhen Bewuftfein mit mn
iiber bie conbentionelle Gdhinheit geftellt werde! ‘tifer Formen fis auffrifet.!
	iber die conventtonelle Gdonbett geftellt werde!
SVermiffer wir fomit mebrfach eine ftrengere Uebereinftimmung
	Des in der Ginlettung Angedeuteten mit реш Weiter im Vert Wise
	gefubrten, Jo finden wir uns bagegen ши lewterem jelb{t gropten-
theilé in WUebereinftimmung. Der Standpunit, welcyen der BVerf.
bei feiner Betvachtung ver Kunftwerfe einnimmt, ift ein durchaus
gefunbder. т ПЕ auf einer vichtigen Wiirdiqung des Wefens der
Ranft und der eingelnen Gattungen und ZBweige devfelben. Die
Daraus fic) ergebenden Gefege vertritt er jeder Erjceinung gegen-
liber mit fretmiithiger Offenheit, und mance von einer verfehrien
Modervichtung gefeierte Leiftungen berithmter Rorhphien merden mit
ftrenger Wahrheitsliebe fritifirt. Go mwendet er fich gegen die viel
belicbte Gedanfenmaleret, Das Spiel mit geiftreichen Cinfallen, die
alfegorifirendDen Rathfelcompofitionen, welche an die Stelle frifcper,
nainer WAnfchauungen eine gveifenhafte Reflexion Тевеи und ром
1206 gar die hichfte Aufgabe der Kunft hinftellen michten. Chenfo
entfchieden macht er aber Front gegen den frajfen Naturalismus,
welcher, a8 Biel der Runjt nicht minder verfennend, bas gemeine
Rufallige und Willfirliche fiiv das Wefentlide achtet.

Die Hilfte des Auffawes Ш der deutfdhen Kunft gewidmet.
Фа Зе. niipft, nach einem furgen Hinblic& auf die erfte Wieder-
belebung antifer Wnfchauungen dure Carftens, an dte im erften
Sahrzehnt unferes Sabrhunderts erwachte romantifde Richtung an.
Lean fbmaht gemihnlich, jagt ev, auf diefen Ausgangspuntt unfe-
rer Runft. G8 feheint nicht fiir ihre Cebenstraft, ihr оо ии бе
Феи зи fprechen, daw fie gemeinfamen Wurzeln mit ben beriid-
tigten Reftaurationsgeliiften jener Cage entfprang. Haben aber nidt
unfre Begeifterung fiir das Volfslied, unfere tiefere Cinkehr in das
nationale Wejen, die fo wichtigen germaniftifden Sinudien eine ver-
verwandte Ubjtammung? Budem blieb die Эвита п in den
romantifden Aufdauungen dauernd befangen, verjuchte vielmehr bald
mit groBem Erfolge das Pofitive verfelben mit der gelauterten Be-
geifterung т flaffifche Formen зи verbinden. tan fann nicht