Dewtiches
	зешфий
fit bildende Knut, Dankunft and
Kunflgewerde.
	ООН.

Organ
	Der Kunflvereine von
Dentfaland.
	linter Wettnurfung von
	Mugler in Berlin — Paffavant in Franffurt — Waagen in Berlin — Wiegmann in ОШ! — @фиааге
in Berlin — Forfter in Diinden — Citelberger v. Cdelberg in Wien.
	Зарга. у. Л ©,
	Redigirt oon S. Eggers in Berlin.
	Man abonnirt it Berlin ber Heturtdh Gehindler, Kdpmider(trafe Mr. 92,
	ш Yondon bei Williams u. Morgate,
n Paris bei F. Klink fied,

„ Petersburg bei Eggers u. Co.,
, Stockholm bei Bonnier,
	in Gopenbagen bei ©. W. Nethel,

» Briiffel bei €. Muquardt,

„ Stew: York bei Westermann ц. Co,,
,, Mom bei S$. Spithsver,
		5. webruar LSa é.
	fo wie in allen Budbanbluugen und Poftamtern bes June und Wuslandes flix den vrervteljabrliden
		Snbhalt: Goethe- Schifler- Gruppe bon Rietidel. — Kunitliteratur. Gefdhichte der bilbenden Riinfte von Dr. © Gdnaate. Bon BW. Ciible. — Beitung.
	т. Rilrnberg. Baris. Turin, Яофрепрадеи. — АииЙомите. Dev Kunffoeremn fur die Rhetnlande und BWeftfalen. — Зелфизииз.
Citeraturs Blatt Nr. 3. Phadon, oder itber die-Unfterbligfeit ber Geele, Von Profes Mrendelsfohn. Herausgeg. und mit
en vow D. Kriedlanbder. — Anv Goethe -Literatur. Goethe s Leber und Sdriften. Bon G. G Lewes. Ueberf. von Dr. Эша
	bilden jie gu etnander etten ети)  бтопет, Те мамевоен Ge-
genjag, dev bewirtt hat, dag fic) die deutfdje Nation ritdjidtlidy
ifrer Lange Zeit hindurc) in jwet einander faft feindliche Heerlager
gefpalten und diefen ZBwiefpalt aud) jest noch nicht gan3 itberwunden
hat: denn Нишех поб pflegen die, welche befonders feine Sithlfaden
fiir ме Echinheiten der Фе фен Vichtungen haben, die Lciftun-
gen Schillers nicht fo hod) anjufdhlagen, um einguraumen, dag ibar
ein Pla ueben Goethe gebithre; und umgetehrt haben dic, welche
fic mit befondcerem Enthujiasinus zu Schiller hingesogen fiihlen, in
der Regel wenig Cmpfinglichfeit fiir ме Leiftungen Goethe s. Уи:
beverfeits aber find beibe Dichter gerade in Folge diefes Gegenfages
gu gwei fo untrennbaren Cbjecter ded Nationalbewuftfeins gewor-
ben, рав man den Namen des Cinen nicht пением fann, ohne ue
gleich an den UAndern gu evinnern, und Beide haben, nadhdent jie
per damalige Mittelpunft des poetifder Lcbens und Strebens in
Феи auch srtlic) veveinigt, зи cinanter felbjt in einem fo
idt freundfdajtliden Gerhiliniffe qegenfeitiger Wnerfernmaing und
Ergingung geftanden, dak die Nothiwendtgfeit, fie als Ging und ver-
bunden zu dente, i nicht minderem Grade vorhanden ijt, als das
Pediirfuif, den Gegenjay zwifchen ihnen aufzufafjen. Cs fpringt in
die Augen, bak der Riinftler, wenn er in feinem Werke nicht einfei-
tig verfahren wollte, nothwendig diefen beiren cinander gegenitber-
fiehenden Wuffaffungsweifer Nechiumg tragen mufte und dap er,
wenn ifn der {egtecwahnte Standpuntt beredhtigte, beibe Dichter zu
einem Ganjgen зи wvereinigen, nidt unterfalfen burfte, and ей зе
fchen beiden beftehenden Gegenfay in zwar nicht feindlidjer, aber vod)
fharf hervortretender Weife gum UAusrrucd gu bringen. Und dies
eben ift dem Riinftler in fo befriedigender Weife als nur tinmer
1530 gelungen, obfdon e8 natiivlic) ift, таб маи mnter den bez
fprodjencn Linftinden ven diefer Gruppe nicht Denjenigen Grad der
Ginheit fordern barf, wie in Gruppen rein idealen Charafters, in
denen bic verfcicdenen Figuren entwerer Curd) eine wirflic) gemein-
6
	Goethe’s Berbaltni® yu Meltaion und Chrijtenthum, Зои Фирма 9. Занецо{е.
	HGoethe-Sdiller-Gruvpe von Pietflepel.
	ЭКиифен, 171. Зайиах.

Geftern und heute war hier in тег био. безмебете: pas
Modell zur ,, Gocthe-Sdhiller-Gruppe  von G. Rietfael ausygeftelft
und ift allen Runftfreunden, die rechtzeitig davon Reuntnif, erbielten,
ein Gegenftand hohen Genujfes gewefen. Der Meifter der Leffing-
ftatue hat im der That durd) dtefe Wrbeit feine eminente Beqabung
Пи: зе charafteriftifche und plafti{h-[chine Darftelfung geiftig
bedcutfamer Perfonlichfeiten auf s Nene bewahrt, und was er hier
geleiftet, ift um fo mehr gu bewundern, al8 die миа gerade die-
fer Aufgabe mit gang befonderen Schwierigkeiten verduuden war.
Econ die Vereinigung gweier Portraitftatuen gu einen Kunftivert
yon monumentalem Gharatter war etwas der bisherigen Kunftprazis,
ja man fann nicht feugnen, in mander Begichung aud) dem wed
dex monumentaten PBlaftit Widerftrebendes. Wenn offenbar Dare
ftellung einer ixgendmie hiftorifd bedeutenden Sndividualitét als einer
in fich felbft vollendeten und abgefdloffenen Erfcheinung der eigent-
fide Bwed eines ploftifden Monuments ift, fo liegt e8 in Der Na-
tur ber Gadche, ba fich nicht wohl swet oder mehr Berfenlidfeiten
in einem Ruuftwerk vereinigen laffen, weil e3 eben die Darftellung
per gegenfeitigen Beziehung gwifden den beiden Perfsnlichfeiten un-
miglich macht, jedem eingelmen derfelben das Geprige ciner voll-
fommenen Whgejchlofjenheit im fich gu geben. Cine Ueberwindung
piefes Widerfpruds ift unftreitig pann am feichteften, wenn die Be-
тие beider Perjonen auf der gemeinfamen Volkgiehung einer
Handlung berubt, ote als folche plaftifd) darftellbar ift; die Bedin-
gung wird aber in diefem Fall nidt crfitllt, denn das Zufammen-
wivten Goethe’s und Sdhifler’s ijt fo allgemeiner und iberfinnlicher
Urt, vag e8 fid) von ber bilbenden RKunft nur fymbolifch darftellen
ВЕ Hingufonmnt nod, dag das VerhaltniZ gwifden beiben Dich-
	tern der Betvachtung febr verfhicdenc Geiten davbictet. Ginerfeits  
	УП

I. Sabraang.