wunbdert werden Фииси, fo war mit Gelegenbett geboten, fic
ihrer auch im Gingelnen und Befonderen gu evfreuen oder Пе im
bunten Ourceinandertretben vow der Tribiime oder den Galerien
aus zu iiberblicfen. ЭН wenig trug zur VBerfddnerung des Feftes
und zur Erhihung der feftlichen Stimmmung aud) die hichjt gefdnad-
vole Decoration des Gaaled bet. Cr war ringsherum mit Tannen-
siveigen, Cedern, bliihenden Blumen und exotifden Gewachfen ge-
ии, und die hintere Wand bes Saales, vor welcher fich die
teraffenfirmige Grhihung befand, die felbft ben Gindruc einer [а
umvantten Veranda machte, ward Фит eine vom WMaler Geeber-
ger enttoorfene, fehr fchin ausgefithrte Unficht des Hafens und der
Stadt Antwerpen gebildet, fo dak man fich auch von diejer Seite
in die Berhaliniffe ver Zeit und bes Ortes, welche das Felt dar-
{teller follte, hineinverfegt filhlte und twirtlid) im jenes Traumgeficht
Heine’s, workin dem Dichter

RKicchenfuppel und Chitvine fic) zeigten

Und endlich, fonnenffar, eine ganze Stadt
	Alterthiinlic) mederlandifd
lind menfdenbelebt:
	Dev gweite oder , Burgerzug’ beftand ans dew dem Rinftler
Huldigenden und Gefchente darbringenden Getwerffdhaften und Snnu-
gen. Gr ward evdffnet durd) Trompeter, Paufer und Standarten-
triger. Wlsdann folgte gunidft pte Gilde der Gold= und Silber:
fehmiede, mit dem Sprecher fammtlider Gilden an der Gpige und
auferdem von Frauen, Gefellen und Lehrjungen ше беде фени
beglettet. Ww fie folloffen fic) der Reihe nach guerft die Bunft der
Waffenfdmiede, dann die Baugewerkfdaft, hievauf der Kellermeifter,
fodann bie agers und Schitkengilde, ferner die Kaufmannfdaft unc
endlid) die oftindifde Compagnie, jede diefer Corporationen im Ge-
leit bon Grane, Rindern, Gefellen, Lehrjungen, Standarten- und
Emblemetragern. Ganz befouders reid) ausgeftattet war unter die-
fen die Whtheilung der oftindijden Compagnie. Bhr vovan fopritt
cin Schiffscapitain mit Mhedern und Schiffsmidlern; hann folgten
pie Matrofen, dte cin ФФ торе и. a. Embleme trugen; hieranf
SGhiffswerfter und Lehrjungen; fobann BVertreter aller jener Natio-
tet, mit denen die Miederlande damals in Handelsverbindunger
ftanden, unter penen fic) namentlic) die Wraber durd ein lebend-
qroges, thufdend nadgeahmtes Rameel, weldhes fie mit fich filhrten,
fowte durch die Hichft glicdlihe Nachbildung de3 Nationalthpus aus-
geichneten, und endlich eine Wnjohl von Pflangern mit allerhand
сео фен, fiir den Handel widhtigen Gewichfen und fonftigen Em-
blemen der Handelfcpaft.

Der dritte Bug endlich, oder , Bauernzug”, beftand aus einer
Deputation von Landleuten aus der Gegend von Stein bei Meecheln;
too Rubens viele Sabre hindurch feine Gommerfrifde hielt, mit
Geigern, Pfeifern, Oudelfadblafern und Maibaumtragern an der
Spike und von vielen fingenden Burfden und Madchen begleitet.

MNachoem diefe Biige, jeder unter eigenthiimlicher mufifalifder
Begleitung, die Runde durch den Sal gemacht Hatten, ftellter fie fidh
auf einer int Fond ded Saales befindlichen Grhshung ober an den
Stujen derfelben auf, und eS begann nunmebhr etn tnyes Зее.
Qn dtefem evgriff guerft der Meifter der Golb- und Silberfdhmiede
(durd) den Mtaler Geib dargeftellt) im Namen fammtlidher Gewerke
bas Wort:

Da, wo der Kiinftler feine Fefte fetert,

 
	und tberreichte ihm fodann unter Dantesworten und OGliidwiinfden
einen filbernen Зо. Nachdem Rubens (vom MNtaler v. Bechmann
pargeftellt, mihrend feine funge Frau durch eine Tochter ven
Peter Hef reprafentirt war) hierfiir gedanft und auf bas Woh!
Der Kinft und der Gewerte den Becher geleert, itberreidte ein jun-
ger Bauerburfche mit feinem WMeinchen der Gattin des Rinftlers
einen Blumenfranz, und dann der Dichter Bieter Hooft nn Rae
men der Anfterdamer Dichterfchule yem Miinfrler felbft einen Lor-
beerfranz, inbem er fic) iiber die Gegenwart und Zufunft der Kunft
in deutfchen Landen ausfprict und endlich mit den prophetifchen
Worten fdlieBt:

За — Rubens — Dir und mir, dem Kiinfiler

Und Dichter wird ein herrlides Afyt

Sm dentidhenr Land gewahri, wenn langft der Blame

Sih losygeriffen hat vow feinen Marken!

Gin nen Gefehlecht der Mtedigier wird

Su feine Krone zwei Demanten fledten, —

Bwei unfhigbare Perlen — Kunft und Distung! —

Heil jenen Filrfien einer fpdtern Beit!
Der gefeierte Miinftler bringt nun auch Мей feinen Dank dav, for-
pert fodaun auf, fic den Freuden ves Feftes mit Gefang und Lanz
hingugeben, die Gafte ftimmen einen frdhlichen Chor an, die Bilge
bewegen fich nochmals durch den Gaal und LWfen fic fodann auf,
um, fo gut e8 die gedringte Giille des Gaales geftattet, im Meigen
Dahin zu fehweben. Hatte die Pradt und chavrafteriftifde Berfdie-
Denartigteit per Wrgitqe bisher nur tm Ganzen und Whgemeinen be-
	utd worn er а, пе

pdSediadtige Manner, fwarzbemintelt,

Mit weifen Halsivaufen und Chrenfetter
Unb langen Degen und langen Gefidtern
Ueber den wimmelnden Mtarithlas fdjreiten;”.....
Und ,feibenranfdende Sungfraun wandeln,
Sedlante Leibden, die Sliuunengefidter
Sittfam umfehloffen vom fchwargen Milsdhen
Und hervorquellendem Goldhaar”;

RWahrend ,bunte Gelellen in fyanifder Cracht
Vorliber ftolgiren und nicen,

Und bejabrte Frauen

Зи braunen verfdoll’nen Gewdnbdern
Trippelnden Sdrittes” voriibereilten — —
	и Бане verfernfen Фбииеи, wenn nicht dod) das bunte tebe der
Gegenwart gu iibermachtig auf Wug’ und Обе веди hitten, als
ba® biefe folde Traumereien Hatten auffommen laffen. Bu beklager
war bet dem fcbdnen Зее mir, dak der Gaal micht wenigftend die
boppelte Grife hatte und dak died den Ritnftlern verbot, den ge-
machten Aufwand зи Bilder, die fich Har von der Welajfe abfchieden
	und zu freteren Qpielen des Humors anszubeitten.
	Minden, ben 15, Febr.
	Сша пот die Reftauration von Oelgemalden;
mit Dezugnahme auf die, dem Verfoffer tbertragene Wiederher-
ftellung der Portraitfammlung im Rathhaufe 3n Altenburg.
	&8 fonnten eme gtemltce Yeenge franthafter Suftande aufge-
fithrt werden, denen Oelgemalde, deren Dauer doch fonft gu rithmer
it, oft {dion furge Beit nad) ihrer Geburt unterworfen find. Der
Entfiehungsgrund diefer Kranfheiten ift auch hier, wie bet dew thie
rifchen Rirpern, entweber in einer von Hans aus falfchen Mtifaung
des Stoffes, oder in verderblichen auferen бити gu fuchen.
Wiirden viefe verderbliden auferen Ginfliiffe itbevall gleicher Wet
fein, fo dlirfte gulebt ein Grfahrener — bie verfchiedenen Schuler
und Beiter fojon durch die Art der Krantheiten unterfdeiden, an
penen bie Oelgemilde verfdhiedener Zeiten und Meifter leiden. Dems
begreiflid) ift e8, da} die Natur und Behandlung ber Farbe auch
die Wrt ihrer mit ber Beit cintretenden Veradnderungen bedingt, dap
die Borliebe ganzer Schuler fiir den Gebraudh dev oder dtefer Farbe,
Durch die Anwendung diefes und jeneds Firniffes 2c. thre Werke arch
dei Iteftaurateny fennzeiehnen witrden.