Donna ot Loreto gu halten fich berechtigt glaubt, bringt die епае
	Зее „Зле8“ Ир еитех Зи=Унииитех 5. SB. einen itberaus wich

 
	tigen Artifel, der in dev Llebertraqung ungetiirgt bier Гоаеи шад: о
	nLie Sutdeckung eines achten Gemialdes yon Rafael ift eit
Greignif, weldes nicht allein die Gingeweihten der Runft leb-
haft bewegt, fondern auch Berfonen von Gefdmad und Gr
giehung in jeder Rlaffe in jedem Lande. Bhren Lefern wird es  
daher angenehim fein, gu erfahren, daf das Original der ,,Wta-
Donna di Loreto” nach der Behauptung dev bedeutendften Auto-
vititen Staliens im Befige eines Эти. Walter Kennedy Laurie
fic) befindet, eines vornehmen Englinders, dev in Floreng wohnt.
Bon diefem Gemilde (auf welches von allen Biograyhen а»
facl8, von Bafari bis gu Ouatremere de Ouincy Begg
genomimen twird,) wurde ein Rupferftid) purch v’Agincourt her-
ausgegeben, nach einem Eeinen Gemalde in dev Spezierta der
ушей Collegien, weldhes man fiir da’ Original Мей, ие
mobhl jest allgemein die Meinung gilt, da eS eine alte Copie
ijt. Auch ein anderer Kupferftic wurde von Richomme Бет
ausgegeben, nad) der Copie, welche bisher im Befig pes Her-
4098 von Orleans war, und fic) jest in ber Barifer Galerie
befindet. Das VBorhandenfein des Originals ift bis zu defer
Ragen vielmehr eine Sache dev Hoffnung als des Glaubens ge-
wejen. Wher im Familtenbefige des Herrn Kennedy Laurie
befindet fich num cin Gemalde, weldheds mehrentheils fitr eine
Gopie galt, doch gu Zeiten von fanguinen und enthufiaftifden
Kritifern zum Original diefer Madonna erhoben wurde.

Hr. Laurie befchlog, die Sache ver Entfcheidung ver hich-
ften WUutorititen in Btalien angetm зи geben, und nam vor
einigen Worden das Gemilde mit nach Rom, um daffelbe der
Wlademie der fdhonen Ritnfte vorgulegen, und die Meinung der-
felben hinfichtlich einer Frage git vernehmen, die eben fo {еб
fein Familtenintereffe beviihrt, wie fie den Antheil aller Kunjt-
freunde in Unfpruch nimmt. Cine jehr genane Pritfung durd dte
Mitglieder ber rBmifden Wlademie hat daranf die uachftehende
SrflGrung yr Folge qebabt:

 

 
	Rom, der 5. Sunt 1897,

Qev Hever Commendatore, ver Prafident und die Profeffo-
ren dev WAbthetlung flix Malerei haben jich vereinigt, um vas
Gemialde zu pritfen, welches ihnen der Chevalier Walter Ren-
ned Laurie vorgelegt hat, dariteflend die allerfeligite Sungfran
(Halbfigur), das gottliche Rind nadend auf einem Betttuche vor
ИФ Habend, welches mit liebevollem Verlangen auf dle miitter-
liche Umarmung bofft, wahrend die heil. Sungfrau im Begriff
iff, mit beiben Handen den Sehleter aufyubeben, per eS bedectt.
Gank Bofeph, ver zur linen Hand ftcht, blict mit Berwunde-
rung daranf bin, uw. f. w.
	Зе Рудейотеи о einftimmig der Meinung, dak diefes
ein Werk Rafaels von Urbino ift, ans der beften Zeit feiner
Runftiibung und duferft gut erhalten, mit Wnsnahme einiger
heile, welche augenfcheinlich durch einen Mtenfchen ohne alle
Sabhighett veftaurirt find.

Dos Werk ift vow folder Vortrefflichfeit, dak die Profeffo-
ven ihren Winfd> ausdritctter, demfelben mage verginnt wwer-
den, in Rom gu bleiben, und die Kunftfdhage yu vermebhren,
welde Rom beretts befttst.
	Pietro Tenerani, Prajident, Filippo Agricola, Зошикю

Minardi, Ferdinando Cavalliert, Francisco Caglietti, Fran-

cisco Podeftt, Matale Carta, AMleffandro Capatti, Niccolo

Confoni, Paolo Mercuri; Salvatore Betti, Profeffor uno
beftandiger Gecretir.
	sn Folge bdiefer Entfchetoung wurde Hr. Laurie von dest

Cardinal Antonelli erfucht, das Gemalbe dem romifchen Gou-

bernement gu iiberfaffen. Gr 30g e8 aber vor, daffelbe in fei-

nev eigenen Familie aufzubewahren, und brachte e8 wieder nach

Sloreng guriic.”

Dies der angiehende und widhtige Artifel in dev ,, Times”,
der alle Uufmerffamfeit verdient. Freilid) reicht die RKunjftlitevatur-
Renntnif des Berichterftatters nidt weit, ,von Bafari bis Quatre-
mere be Ouinch. Diefer legtere, ein Frangofe, gab eine Histoire
de la vie et des ouvrages de Raphaél ornée d’un portrait in
Paris heraus; fie erfcjien bereits 1824 in bas Stalienifce iber-
jegt und vermehrt von onghana, 1829, dann in mener Auflage
1833, Was 3. O. Paffavant, was Dr. G. KR. Nagler, leg-
tever auf mehr als 18 Druchogen feined fchigbaren Rinitler-Leyi-
cong und Unbdere itber Rafael bis 1857 gebracht, fceint jenem Be-
vidhterfatter fremd geblieben.

Was die Wbbilbung bes Bilbes der Madonna di Loreto in
deni Werke гоп 3. %. $ G. Serour od’ Agincourt betvifft, auf
welche der Berichterftatter Begug nimmt, fo befindet fic) diefes,
oben unter den Copieen nicht ermiahnte Biloden von mv 8 Barifer
Boll 9 Linien Hihe und 7 Boll 14 Linien Breite auf Tafel 185
fowohl der Originalausgabe, al8 ber von W. Ferd. ». Quast revi-
pirten Ausgabe, und Loutet der alte Text ohne alle nenere Erlaute-
tung itber daffelbe in ber Зона феи Uebertragung: ,,Die heilige
Samilie, anderes Oelgemilde auf Holy von Rafael, 16. Jabr-
hundert.

Diefes fleine Gemilde befund fich in Rom in der Apotheke des
Collegio Romano; das Enfemble feiner Compofition und die Wus-
fiihrung, in ber man eine gefammeltere Behandlung wabhrnimmt,
Тем foblieBen, bag e8 aus einer fpdteren Beit ale das vorherge-
hende 1. Der Stich) ift in тех Фе des Originals nach einer
Durdhgetchuung veffelben.

Rafael fiihrie diefelhe Contpofition in (cbensgrofen Figuren
aus, und e8 exiftiren mehrere Wiederholungen davon, weldhe alle
aus feiner Schule hervorgegangen find, und von denen fich eine gu
Coretto in der Gafvijter der Mathedralfirde befindet. “

Aud in diefer Berichterftattung ift feine Sicherheit. Deven
Gerfaffer hatte wiffen follen, dak das Bild yu Loretto fic) eben nicht
mehr dort befindet, und fo Г Тем ош, са ein fo Heines
PBildchen nicht bas Original eines Rirchenbildes von allgemeiner Ver-
ehrung fein ии.

Bezlighich des Bildes in der Galerie Orleans, weldhes 8. T
Ridomine ftac, und welches auf chinefifdem Papier 18 Thaler
foftet, ift eine Bemerfung von Dr. G. 5. Waagen widhtig, wel-
cher ©. 506 des erften Cheileds feiner ,, Runftwerfe und Riinftler in
England und Paris  jeunes Bild unter Nr. 8 dex zum Theil nur
angeblidien 12 Mafaelifden Gemilde der G. O. aujfithrt, und dae
pou fagt: ,Sdwackhe Copie des berithmten, nun verjdollenen Bil.
De8, vovmals im Schak ju Loretto. Hr. Willet 300 Pfr. Wag.
rend imeines Aufenthaltes in London durch den Auctionator Herrn
Stanley verfauft.

Nach dem Times-WArtifel wave diefes Bild daffelbe, weldhes ich
jet in dev Parifer Galerie des Louvre befindet. 8 ift aber and
nod) ein anderer Gall penfbar, und auffallend genug ijt e8, dak Hr.
Walter Kennedy Laurie nicht angegeben hat, woher feine Dtadonnta
pi Loreto ftammt, und wan diefelbe in fetnen ober in den DBefits
feiner Gantilie gelangte? Da er in Floveng wohnt, nnte fie ja
auch eind ber von BVafart angefiihrten dovtigen Bilder fein. Sichere
Runde dariiber gu erhatten, йе fiir alle, die ihre Theiluahme
einer folchen anjiehenden Wugelegenheit guwenden, wie die neue ие
finding etnes rafaelifdhen Gemildes iff, ungletch widhtiger fein, als
das Uriheil ,fanguiner und enthufiaftifcer Rritifer’, denn folcerlet