MHllustrirte Zeitung,
	jie 1843 gu Halle mit dev Doctorpromotion auf Grund jeiner
Differtation ,,Von dev innern Cinbeit der ariftotelifden Logit
und Metaphyfit’, Die berwiegend afthetijden und bifto-
rifcen Neigungen der Schulsecit waren zufammt dem wr] pring:
lichen Borjag Hetiner’s, fic) ganj der ма Зи wid:
men, gegen dic Bef haftiguag mit der Hegel’ hen Philofophic
und jenen fritifden Nacwirtungen derfelben, die durd) Feuer:
bad, David Straup und die ,,pallifden Sahrbitdher” repra-
fentirt wurden, cinigermapen zuriidgetreten. Oftern 1848 ging
baun dex junge Gelehrte nad Breslau, um fich bier der aka-
bemifden Laufhahn yu widmen, Che er fich habilitirte, ge:
wann jedod) dic urfpriinglide Ridtung [eines Geiftes wieder
bie Oberhand, und er febrte von der abjtracten Speculation
und Stritié gu Hiftorifden und afthetifden Urbeiten suriid.
Neber, den gropen Sdhopfungen der Viteratur_ waren cB die
der Dildenden Kunft, die ihn bejhaftigten. Der ии, feinen
funjtgefdidtliden Studien die Unterlage reidher und grind:
lider Unjdauung zu дебет, име gu einer langern Reife
nach Stalien. Vom Sommer 1844 G13 Frithjahr 1847 ое
weilte ex in Stalien, die reidjen Unregungen des Landes
mit jugendlider Frifcle und reifender Gelbftandigteit in
fich aurnebmend, Wm langiten verweilte ev in Rom, wo in
diefen Sabren aud) TH. Mommfen, W. Brunn, Friedri
Hebbel und Woolf Stahr lebten, langere Beit auch in Neapel,
das ihm UAnlap zur erften grdpern funftgel hictlicen Abhand-
lung ,,lleber die neapolitani{den Malerfchulen” in Schweg:
ler’s ,,Sabhrbiichern der Gegenwart’ gab. Bon Neapel aus
ging ev nad Stcilien und tebrte dann nach Rom guritd. Mad
drei_genupvollen und rvefultatreiden Sabren verlich Hettner
Stalien, um fic) Oftern 1847 in Heidelberg als Privatdocent
der Welthetif, Kunft- und Literaturgefdicte yu habilitiren und
bald darauf durch feine Berheirathung mit der Todter des
befannten freifinnigen und bochgebildeten Frbrn. v. Stodmar
Den eigenen Herd yn grimben.
	Wahrend der Revolutionsftiirme der Fabre 1648 — 1849
gedieh die rege alademifde und literarifde Thatigkeit des
jungen Docenten gu ihren стен Crfolgen. Hettner’s geijt:
voller und belebter Vortrag fand zahlreide Hirer; veben
vielen Whbandlungen ardhiologi{qven und funftgefdicht
liden Sngalts in den ,,Heidelberger Jabrbiidern’’ und dev
»Bettlarift fiir Mterthumswiffenfdatt”, literarifden ой
in Den ,, Blattern fite literarifde Unterhaltung’”’ publicirte ev
jeine erjten gropern Sdriften, die ,,Vorfchule zur bilbenden
Kunft der Wen” (Oldenburg 1848) und „Зе топи фе
SHule in ihrem innern Zujammenhange mit Goethe und
Shiller (Braunfedweig 185v), Die dubere Anerfennung folgte
bem glitcdliden innern Gelingen auf dem Supe. Hettner’s
Nante begann genannt зи werden, und Oftern 1851 wurde er
al augerordentlicher Brofejfor der Runft: und Literatur:
gefdichte nad Sena berufen.
	Wahreid fic) Hettner_ Hier ein netrer fid) fietS erweiternder
Wirkungstrets evdffnete, jteigerte fid) ancy der Umfang wie die
innere Bedeutung feiner literavifcjen Urbeiten. Bald nad der
Ueberfiedelung nad) Sena, wo cr, wie in Heidelberg, glirdlide
gefellige und geiftig anregende ера fanb, erjejien dte
Sahrift , Das moderne Drama” (Braunjeweig 1852), in der
Reihe der afthetifd -fritijden Erorterungen der Neujzeit ent-
fieden eine dev widhtigften. Nie guvor waren die Katheder-
djthetif und die Literaturgejdichte fo cingehend, fo mit dem
unmittelbaren Berftdndnip fir die unmittelbaren Mufgaben
dev Didhtung dem fiinftlerifden Leben der Gegenwart entgegen-
gefommen. Ueber Cinjelurtheile und Cinjelvorfdjlage Hett:
nev’s Lapt fid) natitvlic) ftreiten, aber dad Ganze feines
Buds bleibt dabei von unbeftrittencr Bedeutung und Folge:
widhtiqteit.

ут Sabr 1852 unternahm Hettner in Gemeinfdaft mit
Gattling und Cudwig Preller cine funfthiftorifae Neife nad
Griehenland. Die unmittelbaren Cindviide derfelben fdilderte
er mit bochiter Lebendigtett und Frifdje tn feinen ,, Griechifden
Hetfefftszen’’ (Braunfcweig 1853); ihre Nachwirkungen wur:
Den fitr fine wettern funfthijtorifden Bortrige und Wrbeiten
widlig. Ju den naddften Sahren freilich begann ev eine literar:
hiftovitche Arbeit von fo gewaltiger Tragiweite, dab dic tunft:
hiftorijdye literarifhe Thatigteit cinigermagen змей ет
mupte, weinfdon der Autor beftrebt und durch [ее ами бет
Plidten auch forthauernd verantapt war, nach wie vor aud
der bifdenden Kunft da3 emfighte Etudtum gu widmen. Die
, Siteraturgel dich te des adtzebnten Saprhunderts! wurde von
vornherein auf drei Theile angelegt; uber den Grundgedanten,
iiber den Plan und die Gliederung fprad) fic die Cinleitung
aus. ,,G8 gilt eine Gefchidte der Kimpfe und Siege der Wut
Hlarung. Weil die Literatur der Aufflarung nit ausidlieb:
lid) dtefem oder jenem Rol gufallt, fondern nach einer бег
fainter мы Goethe s durchaus Weltliteratur ift, fo
fann cine Gefdhidte dev Aufelarung nur eine allgemeine, d. 5.
eine dic Wirfungen und Gegenwirtungen aller abendlandifden
Baller in gleicer Weife umfaffende Literaturgefhidte des
adtsehnten Jahrhunderts fein. Und umetehet tit eine folde
allgemeine Niteraturgefhidte de adtzehnten Yahrhunderts
	In Путем имен ЭЗеел оитфоиз Gefdidte dec Wu:
Elavuitg. ”
	Her erjtc Theil diefes umfaffenden Werks, die „Фе
dev englifden Literatur von der Wicderherftellung de3 Rontg:
thum3 613 in die gweite Halfte des adizehnten Sabrhun:
dert3’ (Vraunfdweig 1856, 3. Wufl. 1871), ward nod) in
Vena ausgearbeitet und vollendcet, Bevor ev erfchien, trat in
des Berfatfers Aubern Lebensverhaltnifien eine tiefgreifende
Aenderung ein. Gv wurde im Stubjahy 1855 nach Dresden
berufen, um die erledigte Directton ded ЕЁ Muteums Der
Gipsabgiifje Mengs jdhe3 Mujenm) und der f. Mutifenfamme
lung 3u И Beit darauf began er are) feine
evfolgreide Yehrthatigteit aufs neue in der Profeffur der
Runtigelicite an der WAlademie der bitdenden Я, Эт
Yaufe der Jahre wurden bem verdienftvollen Gelehrten und
Sehriftfteller mehrfade Rufe nach answarts yutheil, doch ge:
lang e3 immer wieder, ihn in Dresden feftsubalten, wo 19
feine Thatigteit durd) dic Directionen aud des Hiftorijden
Mufeums und Metfhel-Mufeums, dird die Uchernabme der
funfigefhictliden Bortrage am f. Polytechniftum ц.  . №. №
allfeitig fordernbder und anregender Зее Пощене. Зе аще
licje Stellung Hettner’3 bradte Verpflichtungen umfaffender
Art, namentlich die Neuaufftellung dev ibm anvertrauten
Kunftjammlungen, und die entfpredende Katalogifirung der:
felben befchadftigte ihn anhaltend; gleidywol trat in feiner
Iitevatil hen Thatigteit feine Untecbvechung ein. Wid mannig:
fade wedjelnde Lebensfdidfate vermochten den Fortgang
feiner Studien und Arberten и Dauernd gu hemmen, in
Sommer 1859 ward die ,, Gefdhidjte dev frangafi{chen Literatur
int adtgebrten Jahrhundert’ (Braunfweig 1860, 3, Wail.
	Ne 1591. 27. December 1873. 
	Mianunigfaltiqkerten.
Hofnachridten.
	Ver Kronpring oc Deulfdjen Meidjs und von Wreugen war auf die
Nadrigt von dem Heranuahenden Ende feiner Lante, der Pinigin Elijabeth
von Preugen, im der Macht gum 15. December nad) Dresden qeeilt, fad
Diefelbe jenod) nicht mehr am Beben und fehrte bereits am Madmittag
deffelben Tags nach Berlin guriid.

Die feierlide Veifegung dev Зейбе dev vevelwigten Kinigin Elifabeth
van Breuen in ber Yriedensfirde gu Gansfouci Hat am 20. December
ftattgefunden. Sur Beiwohuiung dex Crequien war ber Konig von Gachfen
an 19. nach) Berlin gereift. Sur Beftatiung waren ferner gefommen auger
dem Konig von Gadjfen fein Bruder Bring Georg, dev Groghergog und die
Grofhergogin von Baden, der Grophergog, die Grophergogin-Mutter, der
Erbgrofhergzog und Hergog Paul von Medlenburg-Saiverin, Pring Quit=
ро von Baiern und Herzog Max Emanuel in Baiern, Erghergog Karl
Ludwig von Oefterreidh, Groffiieft Mifolaus yon Puglaud, die Hergoge
von Anhalt und bon Gadfen-Wtendurg, der Cropring von Hohengollern
uid der Fiteft vom Schwargburg-Sondershaufen.

Dic Kinigin von Crgland hat fic) in Begleitung de3 Pringen und dev
Pringeffin Ludwig vow Geffen, 568 Pringen Leopold und dev Pringeffin
Beatvice am 19. d. Mt. von BWindjor nach Osborne begeben.
	Chrenbeserqunrgen,
		1871) beendet, rajd nadetnander folgten dann wahrend des
Sahrzehnts von 1860— 1870 die einjelnen Bilder oder Bande
des dritten Theila, ver .,Gejdhidte der deutjden Literatur”.
Wud) het diejen wurden gweite Wuflagen der erjten Theile
ndthig, ehe nod) dad Ganje vollendet und abge/dloffen war.

Schon beim VBeginn der ,,Gefchidjte dev deutfchen Literatur
de3 adhigehnten Jahrhunderts’ geigte fic) dem Wutor flar, са
dic innere Vollftandigheit feined grofen Werts ohne eine Gr:
twetterung de8 urfpriingliden dufern Bland nicht erveidht wer:
den fonnte. Um die ganze Sutwicelung der deut} hen Literatur
Diefes Beitraums, ihc Wufftreben unter der Herrfdhaft frem-
der Mufter, ihre innere Befreiung und den endliden un:
bedingten Sieg nadhjuweijen, war e3 ndthig, weit vor: und
zuriidjugretfen. Wher auch in diejer Sntwidelung und bret=
tern Unlage hielt der Hiftoriter durchaus den Grunddaratter
feines Werks felt, die Forderungen firengfter Wiffen daftlidy:
feit mit einer allen Gebtldeten gugdngliden Daritellungsform
зи vereinigen. G&S liegt in ber Gade, daf eine derartige Wr-
beit gar nicht unternommen werden fann, ohne ftellenweije
binter den idealen Wnforderungen ifres Borwurks zuritezus
bleiben. Uber foweit e3 iiberhaupt miglic ijt, diefen от:
Derunigen abe gu Tomment, foweit gejdah e8 hier. Und gerade
die legien Theile des Werks zeigen, weit entfernt vow Gr:
mildung und Gleidhgiltigteit, einen gleiden Cente der Fore
{hung, erhihte Sdharfe und Feinheit der Charatteriftit, ge:
tteiqerten Hteiz de3 Vortrags. а tounte bei einer Ge:
jhidjte ber Aufilarung nidt an eine Vefdrantung auf die
Didtung wind die Literatur im engern Sinn de3 Worts ge:
раб werden. Der Verfafjer mufte fic) von vornherein ent:
johepen, feinen Blid auf alle Gebiete de3 Geiftes, dic ver:
{hiedenen Stromungen der Wiffenfdaft, den gangen Cuftur:
suftand innerhalb der Wufflarungsepodje зи мен. Der
culturgefdicjtlide Standpuntt Hettner’s ergab fich hieraus
von jfelbft. Gegeniber philofophifden Wbitractionen und
willliivliden ajthetifden Vorausfegungen fudt er das hijto:
rife Werden und den hiftorifden Sufammenhang aller lite:
rarijden Srideinungen aus und mit dem Wefen der Beit su
begreifen. Wher wenn diefes Verfahren eine fichere und ge:
vechtere Beurthetlung dev literarijden Cntwidelungen ver
bitrgt, fo f<ebt eS dic Gefahr in fic), einfeitig nur zu be:
tonen, 108 die Beit auf das Talent, nidt umgetehrt, was da3
Talent aus ibm innewohnender eigenfter Gewalt auf die cit
gewirtt hat. CS ift nun ciner der Hidften Rubmesanfpriide
der Hettner jdhen Literaturge  dhidhte, diefe Mlippe umfdifft und
mitten im Beobadten und Darftellen ganzer Biloungsepoden
Sinn und Blid fiir die Yndividualitat, die urfpriinglice
Kraft, namentlid) dev tiinftlerifden Sndividualitéten, bewahrt
gu рабем. Cine feine Ans und Nadempfindung de8 didjte:
vifden Sdhaffend vereint fich mit andern Borgiigen, um na:
mentlid aud die Tebten Theile der ,,iteraturgefdidte des
adtzehnten Jahrhunderts” dem deutfden Volt werth yn
maden. Wlzujehr hatte fich eine neyirende, polternd ди:
flagende Beurtheilung unferer grofen Literaturepode (die
neben aller unverftdndigen Lobpreifung und der wadfenden
Siller-Goethe-Phtlologic ungeftdrt herging) in den Border:
grund gedrangt. C8 ift Hettner’s unbeftreithares und bleiben:
0е8 Verdtenft, der ation wieder das volle Bild der qrofen
claffifden Cpode gegeben und c3 audgefprodjen ju haben, dah
eine politijden und matericllen Fortfehritte ung da3 Suma:
nitdtZideal Sdiller’s und Goethe s vergeijen machen Foner
und ditrfen.
	Put dem (БТ ое „„Зиетажихае ие оез оф елиеи
Sahrhundert8” wendete fic) der Sehriftfteller wejentlicy зи
Вию Фет Wrbeiten zuriid. Bablreide т
пище ел ито tunfttritifden Snbalts batten and
wabrend der Jahre 1856—1870 die augsburger ,, Wigemeine
Zeitung”, Uibow s ,,Seit{drift fir bilbende RKunjt” ua. publiz
cixt, Bor den fonjtigen literarifehen Urbeiten dieje3 Zeitraums
fei nur der Herausgabe von Wnfelm Feuerbad’s ardhiol:
gifden Werken, der Neuherausgabe der ,,Wefthetifeen Ber:
Juche itber Goethe s Hermann und Dorothea” von Wilhelm
v. Humboldt mit einer gelftuotten Cinleitung und der Herans-
gabe der Werke bes Malers Mirller fiir ое Это бам’ бе „У
bliothef der deutjden Nationalliteratur de3 18. und 19, Sabr:
bundert3”’ bier nod) gedacht. Seine [ее Эко ift ein ein:
qchender funfigefdhidtlider Text gu den photographifden
Radhbildungen der Hauptwerfe de3 Hijtorifdjen Mufeums gu
Dresden. Diefe ganze reice und vielfeitigqe Thiatigkeit Hettner’s
ging den umfaffenden Studien, weldje die ,, Viteraturge dhidte
ded adhtgehnten Jahrhunderts” nithig machte, mur Seite. Der
cupergemdhntide Erfolg deS Hauptwerls felbit aber war
einer der wenigen ralden Crfolge, an denen der ernfte Freund
der Kunjt und Literatur ungethetlte о зи empfinden ver:
Mag, Und gu dent ex nidht nur dent Wutor, yondern aud dem
bentichen Publifum Gite su winfeen Uriade bat.
	Swet Naruplperfonen der Sazaine-Cragovie.
	г. Ler Borhang ift gefallen, ay Sti ,,Der Berrath von
Meg’ Yat ausgefpielt. Cft war cs ein Ruyrftiid und lief
nidt bloB die Thranen der Zujchauer, fondern aud die der
и — der Hidhter, wollten mir fagen — reid lig lic:
Ber, oft war e8 wie cine Bojje angtehend, wenn edhte ,,Tiefen-
backer, Gevatter SGdyneiver und Sandidubmader” bed Brei-
tern erflarten, wie leicht Jrantretch und Mes hatten qerettet
werden fonnen, wenn fie mit ihren Rathidlagen der Weishcit
burdgedrungen waren. Wer hat in diefem Stiid am bejten

efpielt? Offenbar Bazaine, deffen ftotfde Rube felbft die
Sewunderung fener Feinde erzwungen hat. Muper feiner
Ruhe haben wir Cachaud’s Huge Zuriichaltung anjuerfennen,
wogegen Wumale’3 att, der vielgerithmte, uns Bedenten
О der Butunft de3 Gerjogs einflage.

Der Herzog von Aumale, betanntlid) ein Sohn adwig
Philipp’s, hat von 1840—AS in ALgier gedient und fann fich
ао зи den Veteranen 3ablen. Wllerdings war fein Degen
{tart cingeroftct, al8 сх den Borfig in einem Mvicgsgericht
gegen einen Marfdall von Hrantreid bernabm, der alle
Beldsitge des Kaiferreidhs mitgemadht und vor Meg die blu:
tigiten Sdladhten de8 gangen Kriegs von 1870 geliefert bar.
Sur Aumale’s Crnennung gum Vorfigenden lies fid) fagen,
Daf er wie der KriegSleitung, fo auch den Giferfitdteleien,
Nanten und Feindfdaften dev taiferlicen Generale fern qe:
ftanden habe und dte Berbandlungen alio unpartetifd Leiten
цце. Yn Wahrheit war indeijen das Motiv jeiner Gren:
nung cir anderes: man wollte Wm dte danfbare Molle eines
Raiders de8 verrathenen VBaterlands guweifer. Im Wnfang
nes Proceffes ift fein Lob aud von Mtund зи Mund geqanger,
	Der Konig bon Batern Yat dem Director des Hoptheaters
und der Hofnrufit in Darmftadt, Hofrath Or. F. Werther, das Ritterfreng
crfter Mlaffe de8 MidaelZ-Ordens verliehen.

Dem Componifter und Pianijten Sulius Gade in Franffurt
а. №., weldjer fdjon burd) die Medaifle Literis et artihus ausgegeidhuct
war, tft vom Riniq bon Schwebcn bas RitterFreug de3 WafasOrden3 vere
	lichen шотоен,

Perfonalnadrichten,
	Der berubmte Violinvittuos, Profeffor Muguit Wilhelmy in
Wiesbaden, hat einen ehrenden Ruf ant b23 Confervatorium der Ви т
Briiffel erhalten.

Die F. Afademie der Wiffenfehaften in Turin Hat drei auge
Witrtige Mitglieber ernannt: ben pavifer Geometer Midel Charles, den
Neftor der Naturwviffenfdaften in Cugland Charles Darwin und den
Umerifaner James Dana, der fic) burd) feine Werke Aber Zoolugie und
Mineralogie beriihint gemacht bat.
	SHetikatenDer,
	Sur Weiler des 70, Geburtstags des Oberreguerungdraths a. D.
G. v. Struenjee, welder als Echriftfieller unter dent Namen Guftav vom
Gee in dew weiteften Rreijen chrenvoll betanut ijt, fand in Breslau am
13. December auf Veranftaltung des Vereins Breslauer Preffe, deffen Mit:
glied Gtrucifee ift, cin Feftuahl ftatt, an weldyem fich cine grofe Angahy
von Sreunden und BVerehrern des Gefeterten betheiligte.
	Эстоиопафе еси.
	Mm 8. und 9. December Hat gu Wisntar die finfte General:
verjammlung b¢e3 Bangewerkocreins flic beide Medlenburg ftattqefunden.
Wegenftdnde dev Verathungen ildeten unter anderm die baldige Erlangung
ciner Unsfiihrungsverorduung und cines vollftindigen Strafgefepes zur
Gewerbeorduung (namentlich inketreff dex eigenmadjtigen Ssjung de3
Urbeitguerhaliniffes), dic Hebung und Fsrberung dex Conntags= oder
Gewerbejechute, der Unfejtusy an den Wgemeinen Verein dev deutjdjen Sau:
qewerfe in Berlin.

Gine am 9. d. Dt in Schwerin jftattgehabte Verfammlung
dev medlenburgifdjen Bierbrauereibefiger, gu welder ang 13 meflenbur-
qijden Stidten Theilnehmer erfdjienen waren, hatte gum Ziwed vie Con-
tituirung eines Bereings und Heguiicung bev Bierpreije mit Riiefiche anf
Dic Golhwihfriung. Aus “bem пеидедейноеен Berein imedlenburgijder
Bierbrauercibefiger hofft man mit der Beit einen Verein norddeutfcjer
Branereibefiper gu bilben. Ueber bie Bierpreife einigte man fic) dahin,
dak cite Breiserhsgung von 20 Broce. ftattfinden folle.
	Unfalle,
Bei dem am Palais des Pringen Albrecht in Berlin in der
Herftellung begriffencn Wnbau find am 15. b. M. dure} ben Rall mehrerer
	Sandfteinblode ans ber Winde auf das Gerlift drei Wrbeiter verungliictt ;
wei murden al8 Meichen, ber britte frjwer verlest Hervorqesonen.
	Die Srplofion eines Danpffeffels ridjtete am i4. 5. Di. auf
ber Hermannspittte bei Hirde grofe Verwiiftungen an. Reider find viele
Menjdenteben abet gu betlagen; vier Urbeiter Hat man alsbald todt ge-
funbden, einige werden nod) vermifjt und andere find fdjredtlid) verlegt.

Sufolge des Nebels, der in dev sweiten Decemberivoche in
Зоирои бете, follen in pen indifejen Dos nidt weniger als 30 Per-
foen ertrunfen fein. Qu dem greemwvidjer Dijtvict find drei Berfouen
umgefommen. Wie viele andeve Perfouen in den iibvigen Gtadtrheiten
verlegt ober gar getédtet find, ift vorldufig nidjt Getanut geworden,

Sn ber Seidenfabrié S. C. Lifter und Go. in Halifar brad
am 4, December infolge ciner Gaserplofton eine Feuersbrunft ans, die in
furger eit widjt allen tas Gebidude ecindfejerte, jondorn auch Menfchen-
leben gum Cpfer fordertc. Drei funge Madden, die in den obern Etagen
avbeiteten, werden feitbem wvermifit. Dev angericjtete Echaden iit аш
20,000 Bfo. St. qefdhagt morden.

Aus Corufia wird bericdtet, das der Oampfer Bectlow ans
Neweaftle auf per Reife nach dem Mittelmeer bet dev Meinen Jniel Oli
veita пабе Burt Lagu intergegangen iff, Bot der aus 23 Lenten beftehene
den Bentanwung it me cin Mann gerettet.
	Эсмиаии Heffner.
	—n. Unter den deutidhen piftorijdhen Sabviftitellern dev
jiingften Cpode, welde itber die Rreife dev Wiffenf daft
паи den Untheil und bie freudige Wnerfennung aller Фе:
bildeten in verhaltnifmapig turjzer Belt erwarben, fteht der
Verfajjer der gropen ,,Literaturge/ dhidte des achtehnten Jahr:
hunderta’”, Hermann Hettner, in erfter Neibe, Nod) vor der
Bollendung deF genannten vortreffliden Werks erjdienen
neve Huflagen dev erften Theile, mehr und mehr ward ем
flix Die ernftere literartfde Rvitit einflubreich und mabge end,
UND die mannigfaden erfreulicjen Rachroirtungen effelben
scigten fic) in ernftern cultur- und funfthiftorifden Webeiten.
DaG 8 3 foldhen Mirtungen ungewshnlicer Vorzitge bedarf,
ift felbjtredend. Dem Verfaffer des genannten Mert witrde
gleidwol unredjt gefdehen, wenn man feine geiftige Bedeu:
tung, fei Streben und Yirfen nur nad der ,, Citeratur:
geldidte des adhtzehnten Jahrhunderts” beurtheilen witrde,
anftatt die Totalitat feiner Veiftungen und feiner Wirtfamtcit
ts Wuge su fafjen.

Hermann Theodor Hettner wurde am 12. Mrz 1821 ju
Veijersdorf bei Goldberg in Salefien als der Sohn eines
Ritterguisbefikers geboren, verlebte in dérflider Umgebung
qlidliche Kinderja}re und befudste feit 1833 dag Gymnafiun
ju Hirfhberg , unter deffen Lehrern fid) neben Linge aug Kart
Grnft Schubarth, dev betannte Goethe-Grtlirer, befand, dev die
Begabten unter feinen Sdiilern vielfeitig anguregen verftand.
Jit Jahr 1838 begann Hettner feine Univerfitdtsftudien in
Berlin, febte diefelben alsdann gu Heidelberg fort und flop