VERKAUFS


GUTE GESCHÄFTS-IDEEN Begründer: Komm.-Rat H. SCHWARZ


JOURNAL


SCHAUFENSTER-REKLAME
Herausgeber: ALBERT WALTER
39. Jahrgang
Mai 1937
Heft 5 Die Verwendung unserer Anregungen, Bild-Vorlagen, Werbelafeln und sonstigen Ideen und Vorschläge ist nur unseren Abonnenten und nur für eigene Zwecke gestattet.
Ausdauer! Nicht nachgeben! Und wenn es auch manchmal schief gellt. Da gewinnt der, der es am längsten aushält.
Alle Mühe war vergebens, wenn man keine Ausdauer hat. Ja, es ist manchmal sauer, auszuharren, wo es aussieht, als hätte es gar keinen Zweck. Aber wer weiß das?
Kann es nicht plötzlich anders kommen?
Ist es dann nicht schade um jede Minute, die man nicht ausgehalten hat?
Viel ist der Menschheit schon verlorengegangen, weil es an Ausdauer fehlte. Der Aufwärtsstrebende muß es sich zur Gewohnheit machen, überhaupt nicht aufzugeben. Er muß das Spiel fortsetzen, bis er ganz positiv weiß, daß nichts mehr zu holen ist.
Er darf sich nicht nach dem richten, was die Leute sagen. Die Leute gehen ihn gar nichts an. Noch keiner hat es zu etwas gebracht, der sich nach den Leuten richtete.
Vorwärts, aufwärts, nie ermüden! Immer wieder aufstehen und weiterkämpfen. Vorwärts und aufwärts — zum Erfolg!
Aufgabe des einzelnen kann und soll es nicht sein, Weltrekorde zu brechen, sondern Rekorde in seinem Aufgabenkreis zu erreichen. Wer klein und bescheiden als Kaufmann sein Geschäft gegründet hat, wird durch Mut, Tat
kraft, Ausdauer, Reklame, Unternehmungsgeist, durch kluge Führung und Anständigkeit vorwärts kommen, er wird von Jahr zu Jahr eine Steigerung feststellen und damit seiner Arbeit einen neuen Ansporn geben. So schreitet auch der Kaufmann zielbewußt von Rekord zu Rekord, er fühlt seine
Kräfte wachsen, er kämpft und siegt, während andere, die mit Gewalt und auf einmal groß und bedeutend werden
wollten, ihre Kräfte und Mittel vergeudeten und durch den Zusammenbruch ihres Geschäfts auf der Strecke blieben.
Kämpfe, strebe vorwärts von Rekord zu Rekord in weiser Abwägung mit Energie und Ausdauer, das ist der Leitsatz, den wir allen zurufen.
Überall, wohin man sieht, überall, wohin man hört, Rekorde, Rekorde. Rekord ist das geflügelte Wort unseres Zeitalters, Rekord ist das Tempo unseres Jahrhunderts, Rekord ist das Vorwärtsdrängende, ist Ausdruck unseres Strebens auf allen Gebieten, ist unser Leben selbst.
llöhenrekorde im Flugzeug, im Stratosphärenflug, Autorekorde in Schnelligkeit und Zeitdauer, dazu Rekorde im Sport, die täglich gedrückt und in den Zeiten unterboten werden, da ein neuer Rekord im Schwimmen, dort einer im Laufen! Aber auch die Technik auf allen Gebieten, die Produktionssteigerung und vieles andere um uns herum feiert wahre Rekordorgien.
Ist es Ziel und Aufgabe unseres Seins, dem Rekordwahn zu verfallen? Muß und soll alles nur in Rekordzahlen ausgedrückt werden und erstrebenswert sein? Ja und nein!
Soweit der Rekord nicht durch Kraftvergeudung erreicht wird und mit völliger Erschöpfung endet, also nur einmal erreicht wird, und Mensch und Maschine Geist und Arbeit verrichtet, ist er als Leistung und Aufwärtsentwicklung zu begrüßen. Wenn der Rekord in zähem Training, in lang
samer Vervollkommnung erzielt wird, ist er Ansporn und Ausdruck von Kraft und Willen und von diesem Standpunkt aus auch Ansporn für jeden einzelnen, auch auf seinem Gebiet Vollwertiges zu leisten.
Auch der Kaufmann hat wie der Techniker, der Erfinder, der Sportler seinen Ehrgeiz. Sein Streben nach Rekord im Rahmen seines Wirkens und Aufgabenkreises treibt nicht
nur ihn, sondern auch seine Mitarleiter vorwärts. Nicht der halsbrecherische Rekord eines Abenteurers, der zuni Zu
sammenbruch führt, sondern die stetige Steigerung in zäher Arbeit und Zuversicht, der Rekord, der durch Training und eisernen Willen erreicht wird.
Es sollen an dieser Stelle nicht die großen Unglücksfälle geschildert werden, die durch eine einmalige Verspätung um fünf Minuten hervorgerufen werden, sondern wir wollen versuchen, den täglich wiederkehrenden Verdruß zu be
schreiben, der aus einer Gewohnheitsschwäche entsteht, die wir alle kennen, der Unpünktlichkeit.
Überall löst Unpünktlichkeit Verdruß aus. Besonders im kaufmännischen Leben kann sie den Ruf des Kaufmanns schädigen und seinen Erfolg schmälern.
Unpünktlichkeit und Vornehmheit haben nicht das geringste miteinander gemeinsam. Wie töricht ist die Meinung mancher Menschen, die glauben, einen vornehmen Eindruck zu machen, wenn sie einer Einladung zwar Folge leisten, aber erst mit einer mehr oder minder großen Verspätung zu
erscheinen geruhen. Im Gegenteil, es ist geradezu taktlos gegenüber dem Gastgeber, wenn man eine Einladung annimmt, jedoch zur festgesetzten Stunde nicht zur Stelle ist.
Pünktlichkeit ist das Ergebnis einer gewissen Selbsterzielmng. Unpünktlichkeit zeugt immer von einem Mangel an Pflichtbewußtsein. Man steht morgens fünf Minuten zu spät auf, weil man glaubt, sie wieder einholen zu können. Doch vergeblich; meistens gelingt es uns bis zum Abend nicht, die verlorene Zeit wieder einzuholen.
Es erweckt immer bei jedem Kaufmann
Mißstimmung, wenn .. .