Dekoration und Reklame (Juli) (№ 7)
Коллектив авторов01.07.1937
Jeder Kaufmann kennt die Schwankungen, denen der Umfang seines Geschäftes infolge der „Saisons“ unter
liegt. Er weiß, daß er, unabhängig vom Geschäftszweig, im Jänner weniger verkauft als im Dezember, und an dem Inhalt seiner Kassa merkt er, daß im Mai mehr umzusetzen ist als im August. Er ist oft froh, in „stillen“ Monaten die Kosten des Betriebes heran
zubringen, mit der Erarbeitung des Verdienstes ist er oft auf die „Saisons" angewiesen. Die ungleichmäßige Ver
teilung des Geschäftes auf die einzelnen Monate des Jahres
war immer unangenehm, denn eine volle Nutzung und eine gleichmäßige Beanspruchung der Arbeitskraft und der Betriebsräume war bei stark schwankendem Geschäft niemals möglich. Darum versucht man, durch Sonderveran
staltungen das Geschäft der schwachen Monate zu beleben. Die Mittel, die das zustande bringen sollen, sind vor allem Preisherabsetzungen, Weiße Wochen, Saisonräumungsver
käufe. Eingehende Untersuchungen haben gezeigt, daß der beabsichtigte Zweck, die Belebung des Geschäftes in den stillen Monaten, meist erreicht wurde; aus den stillen Monaten wurden zumindest lebhafte Tage. Aber diese Saison- und Inventurverkäufe haben auch ihre Schatten
seiten, da das Publikum, das auf diese Sonderverkäufe vorbereitet ist, oft seinen Einkauf auf diese Zeiten verlegte, ihn aber nicht verstärkte oder doch nicht in einem


SAISONSCHLUSSVERKÄUFE LAGERRÄUMUNG PREISHERABSETZUNG


Maß, das imstande gewesen wäre, dem Kaufmann höhere Gesamterlöse zu bringen. Es wurde oft zwar mehr verkauft, aber infolge der niedrigeren Preise nicht mehr er
löst. Damit waren oft die Vorteile der besseren Ausnutzung des gesamten Apparates wieder ausgeglichen.
Gleichwohl wird der moderne Kaufmann sich in der Frage der Saisonräumungsverkäufe, insbesondere des Sommerschlußverkaufes, innerhalb der gesetzlich vorge
schriebenen Zeiten wohl für die Veranstaltung eines solchen Verkaufes entscheiden. Die Vorteile einer solchen Veranstaltung überwiegen zweifellos die oben geschilderten Nachteile. Die übriggebliebenen Saisonwaren belasten das Lager, das investierte Kapital verzinst sich nicht, die Gefahr ist vorhanden, daß modisch eingestellte Artikel überhaupt liegenbleiben und zu entwerteten Ladenhütern wer
den. Die Vorbereitung der neuen- und wichtigsten Saison des Jahres beginnt, für diese braucht der Kaufmann Lager
raum und Kapital für die neuen Einkäufe. Da sagt ihm nun der Verstand, daß es ökonomischer ist, die Rest
bestände der Saisonwaren jetzt billiger herzugeben, als sie später überhaupt nicht oder nur mit großem Verlust abzugeben.
Die Saisonschlußverkäufe haben also, wie wir sehen, einen vielfachen Zweck, und die richtige Ausnutzung der Verkaufsgelegenheiten sind das beste Regulativ bei rückläufigen Einnahmen in der geschäftsstillen Sommerszeit.


Wenn Ihre Kunden pünktlicher zahlen sollen ...


...dann schreiben Sie Ihre Rechnungen nicht erst am Monatsende oder noch später, sondern täglich heraus! Ist der Kunde an pünktlichen Rechnungseingang gewöhnt, dann wird er sich auch eher pünktliche Zahlung angewöhnen.
...dann mahnen Sie stets sofort, wenn Rechnungen nicht zum bestimmten Tag bezahlt worden sind. Dem Kun
den ist es unangenehm, regelmäßig Mahnungen zu erhal
ten und er wird ihnen in Zukunft durch frühere Zahlung vorzubeugen suchen. Manche Firmen mahnen so pünktlich, daß die Kunden schon wissen: Übermorgen kommt die Mahnung, also müssen wir heute zahlen!
...legen Sie bei kleinen Beträgen an bekannte Leute oder bei großen Rechnungen an unbekannte nur quittierte Rechnung vor.'Sie werden bestimmt auf diese Weise schnell Geld erhalten oder, bei unbekannten Auftraggebern — Ihre Ware retten! Die Empfangsbescheinigung soll von der Rechnung getrennt sein. Sie darf erst ausgehändigt wer
den, wenn Sie oder Ihr Bote wirklich das Geld erhalten haben.
...geben Sie bei größeren Rechnungsbeträgen kein langes Zahlungsziel an. Die meisten Schuldner überschreiten das Ziel ja doch, und es ist deshalb gut, es schon von vornherein auf die kürzeste Zeit zu beschränken.
...seien Sie mit Teilzahlungen nur dann einverstanden, wenn das Geschäft sonst nicht abzuschließen oder auf andere Weise kein Geld von dem Schuldner zu erhalten ist.
... lassen Sie auf jede Rechnung den Vermerk drucken
oder stempeln: „Der Rechnungsbetrag ist am.........fällig.“ Den Fälligkeitstag setzen Sie stets mit rotem Farbband oder roter Tinte ein, damit der Kunde ihn nicht so leicht übersehen kann.
... geben Sie deutlich an, wohin der Betrag gezahlt werden soll. Die Beilage von Zahlkarten oder -scheinen allein genügt nicht. Der Empfänger kann sie verlegen und dann aus Bequemlichkeit wieder die Zahlung hinausschieben.
...scheuen Sie auch keinen persönlichen Besuch, um zu Ihrem Geld zu kommen. Manche Schuldner zahlen, um Zinsen zu schinden, absichtlich erst dann, wenn sie gedrängt werden.
...senden Sie Schuldnern, die Sie nicht gern mahnen wollen, die Rechnung ein zweites Mal. Das kann wie ein Versehen wirken, den Empfänger aber zur sofortigen Zahlung veranlassen.
...stempeln Sie bei Ausfertigungen und Instandsetzungen den Hinweis auf die Rechnung „Der Betrag setzt sich aus Arbeitslohn und Ausgaben für Werkstoff zusammen. Um meinen Leuten rechtzeitige Auszahlung zu gewährleisten, bitte ich um pünktliche Begleichung!“
... geben Sie Skontovergünstigungen deutlich an und machen Sie darauf aufmerksam.
... zahlen auch Sie Ihre Lieferantenrechnungen zur rechten Zeit und ohne ungerechtfertigte Abzüge!