grosseren Werken seine Kunst und sein Wissen zu bethatigen,
schuf jedoch unverdrossen kleinere Kabinetstiicke, die an Kraft
des Kolorits, schéner Zeichnung und Tiefe der Auffassung nicht
alle die Bilder dieser Art der hollandischen, sondern auch
der meisten auslandischen Kiinstler iibertreffen dirften. Da
seine Sticke meist Liebhaber in Holland fanden, ehe sie noch
vollendet. waren, so ist im Auslande wenig oder nichts von ihm
bekannt geworden. Doch befindet sich in der Gallerie des Ké-
nigs von Baiern ein Kabinetstiick, cin ,,beichtendes Madchen“,
welches v. Beveren selbst nicht fir sein bestes Werk hielt,
welches Bild sich aber auch durch grosse Kraft des Kolorits,
Innigkeit der Auffassung und grosse Vollendung auszcichnet.

Es ist unbegreiflich, und man hat den Grund dafiir theil~
weise in der etwas bizarren Persénlichkeit des Kiinstlers suchen
wollen, dass der Konig von Holland, der doch so viele aus-
landische Kiinstler beschafligte, einen der vortrefflichsten Maler
seines eigenen Landes niemals mit Auftrigen geehrt hat; dem
sei wie ihm wolle, es war dem strebsamen, stolzen und sich
seines Werths bewussten Kistler niemals darum zu thun, nach
weltlichen Ehrbeweisen oder zeillichen Gliicksgiitern zu jagen:
in stolzer Einsamkeit verachtete er die Gunst der Menge, die
auch in der Kunst nur dem Gélzen der Mode opfert und trach-
tete unverdrossen nach einem héheren und dauerhafteren Ruhme,
nach der Anerkennung der Nachwelt.

у. Веуегеп war keineswegs ein Schnellmaler und seine
Werke sind nicht eben zahlreich, doch ist dies bei der Sorg-
falt, welche er auf alle seine Bilder verwendete, nicht zu ver-
wundern; zudem hatte der Kiinstler die gewiss seltene Ge-
wohnheit, laingst abgelieferte Bilder, die ihre Besitzer voll-
kommen befriedigten, oft nach Jahren noch wieder vorzunehimen
und deren Mangel freilich oft mit ganzlicher Umarbeitung zu
verbessern.

Zu seinen letzten grésseren Werken gehdéren eine ,,Judith“
und eine ,,Hagar“, welche beide Bilder im Besitz eines Rotter-
damer Liebhabers sind, so wie zwei Altarbilder fir Kirchen in
Amsterdam; das eine ,,eine Vision des h. Ignatius“, das andere
yden Tod des В. Antonius von Padua“ darstellend. Wenn nun
auch die letzteren Bilder nicht mit der grossen Vollendung be-
handelt sind, wie seine Kabinetstiicke, so sind sie doch in einem
grossartigen Styl gehalten und voll innigen Gefiihls. Der
Kiinstler ahnte es wohl nicht, als er unlangst den Tod des h.
Antonius so treffend darstelite, dass ihn selbst der unerbittliche
so bald ereilen wiirde.
	parts, im September. Horace Vernet hatte bei dem
letzten Versailler Manéver, dem er als Oberst der National-
garde von Versailles beiwohnte, das Unglick, zweimal vom
Pferde zu stirzen. Man hielt seine Verletzungen Anfangs fiir
ungefahrlich, was sich jetzt leider als irrig erweist. Die ,,Or-
dre“ meldet namlich, dass sein Zustand Besorgniss einfldsst.
	Rovititenschan.
	welche Rogers fir die Kénigin ausfiihrt, mit vielen Abbil-
dungen, — Die Irrthiimer und Gefahren der Ausstellung von
1851. Das Ausstellungsgebiude. — Die Kinstlergalerie enthalt
die Lebensabrisse von dem jiingst verstorbenen Bildhauer Wyatt
und dem Maler Linton. — Hr. und Frau Hall: eine Woche
zu Killarney, mit vielen kleineren Illustrationen. — An Stichen
aus der Vernon-Galerie sind beigegeben: ,Der Comer Зее“
gestochen von J. Cousen nach Stanfield und ,ein griechi~
sches Madchen“ yon R. Graves nach Eastlake. — Ein an-
derer Stich in punktirter Manier von Knight ist nach einem
Basrelief von Foley gearbeitet und stellt den ,Kummer® dar.
	L’ Artiste, Revue de Paris. Erstes Juli-Heft 1850. —
Artistische Beilagen: .,Za morte“, eine mit einem Tuch be-
deckte Gestorbene, einsam in der kalten und 6den Mansarde
liegend, gezeichnet von Decamps, geatzt von Ch. Chaplin.
»La Couronne“, stolze weibliche Figur, mit einem kronenar-
ligen Hauptschmuck, von Gavarni, gestochen von Geoffroy.
»,Mélancole“, Landschaft von Th. Rousseau, lithographirt von
Delbarre.

— Zweites Juli-Heft. — Graviiren: ,,Les buveurs de ci-
dre* von J. Veyrassat, ,,Pays perdu“, Aetzung von de Bar,
», Une halte“, Pferde in einem Stalle beim Futter, von A. Gi-
roux, Lithographie.

~ Erstes August-Heft: Fr. Villot, Valentin Lefebre, Ma-
ler und Kupferatzer, nebst Vorschligen zur Vervollstandigung
der Kupfersticbkataloge. — Lord Pilgrim, die englischen
Bildhauer. Und zwar: Cibber, Rysbrack und Schumaker, Rou-
biliac, Wilton, Bacon, Banks, Nollekens, Flaxman, Westmacott,
Chantrey, Bayley etc. etc. — Abbildungen: ,,Un cellule“, nach
Bonvin von A. Leroy, ,,£Le meunier. son jils et Pane“, von
Marry nach Decamps, wesentlich Landschaft, .,Le corail“,
von Geoffroy nach Gavari.

— Zweites August-Heft. Die englischen Bildhauer, Fort-
setaung. — Eudore Soulié, Beurtheilung von ,, Recherches
sur la vie et les ouvrages de quelques peintres provinciaux de
Pancienne France, par Ph. de Chenneviéres-Pointel. Tom. Ul. —
Graviiren: ,,La vierge de Prudhon“, lith. yon Eugéne le
Roux, ,,Bacchante“, nach Baron, ,,Le vieux mendiant*, von
Veyrassat gemalt und gestochen.
	Revue archéologique etc. VII an. 5 liv. 15 Aout. Paris
1850. — Inhalt: Alfred Maury, Neue Bemerkungen iiber das
dem heil. Michel vom Kaiser Constantin gewidmete ,, Sosthenium.«
Erginzung eines fritheren Aufsatzes in der Révue von demsel-
ben Verfasser, und zwar die Lage des Tempels betreffend. —
A. Rousseau, Brief an den Herausgeber tiber eine im J. 1844
in Carthago gefundene Mosaik; eine Abbildung des sehr interes-
santen Fundes liegt bei. — Victor Langlois, Brief an den
Herrn Lenormant, iber die Mtinzen der armenischen Кбшое,
rupinischer Dynastie. Mit Abbildungen. — Doublet de Bois-
thibault, Kiinstler des Mittelalters. Diese Abhandlung betha~
tigt die Bemithung, alte Kiinstlernamen an’s Licht zu ziehen, an
dem Studium der Cathedrale zu Chartres. Es werden 20 Namen
der hauptsachlichsten Kinstler mit der Schilderung ihrer Bethei-
ligung an dem Bauwerke und dessen ktinsllersicher Ausstattung
aufgefiihrt. — L. J. Guenebault, Versuch einer Ikonographice
der Apostel, ihrer Atribute, ihres Kostims etc. — L. Leclerc,
Brief an den Herausgeber tiber eine in der Provinz Constantine
gefundene rémische Inschrift. — Die Bibliographic enthalt Be-
urtheilungen tiber: A. de Longpérier’s ,Notizen tber die im
Louvre ausgestellien amerikanischen Alterthiimer* und A. de
Girardot’s ,Cathedrale von Bourges.“
	The Art-Journal. August~Heft, 1850. — Inhalt: Ro-
bert Hunt, in seinem Aufsatz iiber die Anwendung der empi-
rischen Wissenschaften auf die schiénen Kiinste und das Kunst-
handwerk, kommt auf chemische Untersuchungen in Bezug auf
Tépferei. — Emil Braun: die Elektrotypie in ihrer Anwendung
auf das Kunsthandwerk, insbesondere: Basreliefs von galvano-
plastischer Bronze -Arbeit auf Linealen und Schachteldeckeln,
mit Hlustrationen. — Die Holzschnitzereien an der Wiege,
	Verlag von Rudolph und Theodor Oswald Weigel in Leipzig. — Druck yon Gebr. Unger in Bertin.