dehnen kénnen, wenn die uns fir die Aufstellung zugemessene Zeit
es zulasst.

Die Kauflust war sehr gering, und erst gegen den Schluss haben
wir einige Bilder an Privatlente verkauft und zwar: Zwei italienische
Landschaften von Henry Jackel in Berlin. — Abendlandschaft. Mo-
tiv der Regenstein am Harz vom Th. Kotsch in Hannover. — An-
sicht der Schelde vom Quai St. Michel 2u Antwerpen, von Egide
Linnig in Antwerpen, — Charlatan auf dem Feste zu St. Job bei
Antwerpen, von Louis Tielemans in Antwerpen. — Winterland-
schaft von A. Witten in Antwerpen. Fir diese Bilder wurden be-
zahlt: 61 Louisd’or und 250 FI. holl.

Vom Kunstvereine sind zur Verloosung far die Jahre 1848. 1849,
1850 angekauft: Abendlandschaft in Sicilien, von Oswald Achen-
bach in Dasseldorf. — Der galante Schiitze, Genrebild, von H. Car-
pentero in Antwerpen. — Fischerstrand an der Schelde, von №.
Herrmann in Berlin. — Das Wetterhorn, Alpenglihen, von E. Holl-
stein in Berlin. — Нап von Harlingen, von A. Hulk in Amster~
dam. — Das Wetterhorn im Berner Oberland, von F. W. Lindlar
in Diasseldorf. — Die Abfahrt nach dem Markt, von Egide Linnig
in Antwerpen. — Die Heimkehr aus der Stadt, von F, Marohn in
Berlin. — Landschaft, von Auguste Ortmans in Brissel (Staffage
von Verboekhoven). — Landschaft am Malchiner See, von Bern-
hard Schmidt in Rostock. — Landhaus am Strande bei Amalfi, von
E. Seiffert in Berlin. — Architekturstick, von Vermeersch in
Munchen, — Mondscheinbild, von J. Verreyt in Koln. — Der ita-
lienische Leiermann, Genrebild, von Demselben. — Wir hoffen es
durch Ersparungen dahin zu bringen, noch ein oder zwei Bilder nach-
traglich kaufen zu kénnen. — Far die obigen Bilder wurden bezahlt:
252 Гошз4’ог und 250 FI. holl.

Das Gesammiresultat ist also folgendes:

13 Bilder deutscher Kinstler fir 272 Louisd’or

. т „  шедеапа. , » AL, u. 500 FI. holl.
gusammen 20 Bilder far 313 Louisd’or u. 500 FI. holl.

Dies Resultat ware nicht herausgekommen, sondern ein giinstige-
res, wenn wir nicht diesmal den Besuch des Grossherzogs ganz hatten
entbehren miissen, so wie auch von den russischen Gasten in Doberan
Niemand heribergekommen ist.

Noch wahrend der Ausstellang fand sich hier ein Agent der Leip-
ziger Kunsthandlung und permanenten Kunstausstellung des Vereins
von Hrn. Pietro del Vecchio ein, besah unsere Ausstellung und erbat sich
die Adressen von vielen Kinstlern, die wir ihm bereitwillig mittheilten.
Der Erfolg war, dass kurz yor und nach dem Ende unserer Ausstel-
lung eine Menge Briefe von Malern eintrafen, welche uns anwiesen,
ihre Bilder an Herrn Pietro del Vecchio in Leipzig zu senden. Der
gréssere Theil war bereits verpackt und nach Stralsund gesandt, zum
Glick, missen wir sagen, weil dadurch vor der Hand unser Ausstel-
lungscyclus vor einer Plinderung zum Besten einer permanenten Ацз-
stellang bewahrt blieb.

So viel wir nun erfahren haben, rangirt jener Leipziger ,,Verein
der Kunstfreunde“ nicht mit den iibrigen Kunstvereinen Deutschlands,
yon denen er durch seinen Zweck durchaus verschieden ist, da er
sich einzig und allein den méglichst raschen und gehauften Vertrieb
der Bilder auf dem Leipziger Kunstmarkte vorgesetzt hat. Unmdglich
konnen aber unsere Vereine, die eben den Anfang zu einer mehr ge-
meinsamen und ineinandergreifenden Wirksamkeit gemacht haben, sich
dazu hergeben, den Vormarkt fiir den Leipziger Verkauf zu bilden. Es
scheint uns daher nothwendig, dass die Vereinscyclen sich davor zu
schitzen haben, eine Auswahl guter Bilder gleich nach der auf ibre
Kosten beschafften Einreihung in den Turnus wieder aus demselben
entfernt zu sehen, welches wohl am besten dadurch geschieht, dass
sie die Herren Kistler verpilichten, das einmal in den Turnus gege-
bene Bild auch durchlaufen zu lassen, es sei denn, dass definitiver
Verkauf an Private eintrate. Die Herren Kinstler hatten sich also
vorher zu entscheiden, ob sie ihre Gemilde in die Ausstellungen der
Vereine oder auf den Markt nach Leipzig senden wollen.

 
	Wem gehért der Kranz? eine Festgabe bei der Ent-
hillung der Bavaria von E. Forster. Miinchen bei Christian
Kaiser. — Diese kleine Schrift von 1} Bogen enthalt ein iber-~
sichtliches und vollstandiges Bild von den Kunstunternehmungen
des Kénigs Ludwig, unter den verschiedenen Gesichtspunkten
des éffentlichen Lebens und seiner Anforderungen in Religion,
Geschichte, Dichtkunst und Vaterlandsliebe; der verschiedenen
Kiinste und ihrer Krafte und Richtungen, und der Wahl der
perufenen Kunstler; dessgleichen einen Hinblick auf die Be-
ziehungen der Kunst zu dem Leben, auf die geistigen und ma-
teriellen Segnungen, welche aus grossen Kunstunternehmungen
einem Lande und seiner Bevélkerung zufliessen.
	Céaunstveremme.
	Der Werein von Hunstfreunden zum Ankauf vom Ge-
milden aus Del Vecchio’s Kunstausstellung in Meipzig.
	Dieser Verein hat sich — wie die Statuten besagen — aus Abon-
nenten der oben genannten Kunstausstellung gebildet und hat, wie
aus seiner Bezeichnung schon hervorgeht, den Zweck, einerseits den
Kinstlern einen neuen Absatzweg zu eréffnen, andererseits der Stadt
das Institut der ,, permanenten Kunstausstellung“ Vecchio’s zu erhalten.
Diesen Zweck sucht derselbe durch Ankaufe aus jener Ausstellung zur
Verloosung unter die Mitglieder zu erreichen. Die Verloosungen finden
nach Schluss eines jeden Vierteljahres , also vier Mal jahrlich, statt.
Der Jahresbeitrag fir die Mitgliedschaft ist 2 Thir. Die Auswahl der
anzukaufenden Gemilde geschieht durch den aus 11 Mitgliedern beste-
henden Vereinsvorstand. Bei der Wahl zur Verloosung sollen vor-
gugsweise solche Bilder bericksichtigt werden, welche dem Geschmacke
des grésseren kunstliebenden Publikums entsprechen und sich beson-
ders zur Ausschmickung von Privatwohnungen eignen. Namentlich
will man dabei solche Kinstler bericksichtigen, welche durch éftere
Einsendungen dazu beitragen, der permanenten Kunstausstellung den
Reiz der Abwechselung zu verleihen.

Das uns zugegangene erste Verzeichniss der in dem Zeitraume
yom Januar 1849 bis Juni 1850 gemachten Ankdufe aus der perma-
nenten Ausstellung lisst darum keinen klaren Ueberblick uber die
Wirksamkeit jenes Vereins zu, weil auch die Privatankaufe mit auf-
gefahrt sind. Das Gesammtresultat ist indess folgendes: Verkauft sind:

102 Gemilde fir. . . . «~~ . 9097 Thir. 17 Sgr.

52-ausgefihrte Oelskizzen fir. . . . 521 - 15 -
60 Handzeichnungen und Aquarelle far 538 - — -
р in Summa far . 10157 Thir. 2 Sgr.

Die 4 Verloosungen im nachsten Vereinsjahre werden wie folgt
	stattfinden :
Die erste Verloosung am 29. November 1850,
	7

3

5

zweile
dritte
vierte

”

”

» 930, Januar 1851,
» 29. April я
” 30. Juli ”
	Bericht iiber die Ausstellung des RestoeKker Kunst-
vereins, vom 28. August bis 18. September 1850.
	Der Besuch der Ausstellung, welche 633 Nummern 2аВМе ип@ 91е
wegen der herrschenden Cholera erst am 1. September erdffnet’ wer-
den konnte, wat atfinglich schwach, was durch jene Krankheit und
andere unginstige Verhaltnisse veranlasst wurde, spater wurde er et-
	was belebter und konnten wir nach erhaltener Zustimmung des Stral-  
	sunder Vereins die Ausstellung bis zum 20. September incl. behalten.
Dass sowohl die Ausstellung an sich, als auch die von uns gemachten
Versuche bei der Aufstellung Beifall gefunden, haben Sie schon in
No. 39 erwahnt, und werden wir daher kinftig ahnlich verfahren,
vielleicht auch die Zusammenstellung nach Schulen noch weiter aus-
	( Hierzu eine Beilage: Anzeige von Kunstblattern und architektonischen Werken aus dem Verlage von Dietrich Reimer in Berlin.)
	Verlag von Rudolph und Theodor Oswald Weigel in Leipzig — Druck von Gebr. Unger in Berlin.