Aurf bla.
	Organ
der deutschen Kunstvereine.
	Dewilches
	aeitung
	fiir bildende Kunst und Baukunst.
	Unter Mitwirkung von
	Kugler in Berlin — Passavant in Frankfurt — Waagen in Berlin — Wiegmann in Disseldor! — Schnaase
in Berlin — Schulz in Dresden — FGrster in Minchen — Bitelberger v. Edelberg in Wien
	redigirt von Dr. EF. Eggers in Berlin,
	 

Sonnabend, den 31. Mai.

1851.
	Liweigi sich der vollste Lorbeer um Dein Haupt
In Tagen, wo doch sonst die miide Hand
Dem Baum des Gliicks nur welke Kranze raubt?
	In Tagen, wo so Hef herabgebrannt
Des Lebens Fackel mit den weissen Aschen
Das Haupt begrabt, das sein Geschick bestand?
	Wo Ueberlebte noch Almosen haschen
Auf Beilerkriicken vor des Ruhmes Thur,
Erzwingst Du noch solch machtig Ueberraschen?
	‚О jung und stolz, so warst Du fir und fur,
Nie hast Du Ruhm erschmeichelt und erschlichen —
Was Du erschufst, ertrotzt? ihn als Gebihr.
	Erobernd so der ewig jugendlichen
Weltfiirstin Schénheit schrankenlos Gebiet,
In Sieg auf Sieg ist Deine Zeit verstrichen.
	Nun staunt das Herz dem, was das Auge sieht,
Dem Wunderwerk des greisen Kinstlergeistes ,
Das Deiner Jugend beste Kraft durchzieht.
	Was ewig Noth, Du zeigst es, denn Du weisst es,
Im Bild des Mannes mit dem Falkenblick ;
Ja unsern trigen Flug zur Hohe reisst es.
	Er ztigelt’ wie sein Streitross sein Geschick,
Und wenn der Neid der Ohnmacht sich empérte,
Setzt? er den Fuss ihm herrisch aufs Genick.
	So schufst Du ihn, so ganz, wie er gehdrte
Dem Angedenken ciner Enkelwelt,
Wie er noch oft den Traum der Feigen storte.
	Dein ehern Testament hast Du gestellt
Vor Deines Volkes Blick! — Wer wird’s vollstrecken,
Bevor in Moder dies Geschlecht zerfallt?
	Doch Dir sei Zweifeln fern! Dein Amt ist Wecken.
Schon spielt auf Deinem hehren Angesicht
Ein Hauch der Ruh, die keine Zweifel schrecken.
	Entsagungsgliick, in jenes reinste Licht,
Dem Deine Seel’ entflammt, zurtickzufliessen,
Und unsrer Nebel Triibe siehst Du nicht.
			A mw Qirstistinn Mawel
		О diese Schau lass uns noch lang geniessen,
Geniessen Deines Auges Lieblichkeit,
Vor dem die Zeiten still voriberfliessen!
	Wir jubeln laut; in uns stiirmt noch die Zeit!