runden Nimbus und magerem Barte. Das Haupt bedeckt eine
dreieckige, niedere Inful, ein mit Steinen besetztes Pluvial um-
giebt die Schultern, die Hinde halten ein aufgeschlagenes Buch.
Ein anderer Nischenraum zeigt ein ahnliches Bild. Die ganze
Wandflache scheint friher mit solchen Nischen arkadenartig
ausgeschmiickt gewesen zu sein; die spiter angebrachte Stiege
zersl6rte die Verbindung. Die Zwischenraume von einer Nische
zur anderen sind immer marmorartig bemalt, Zwischen den
Rundbégen befindet sich das Bild einer Kirche, abwechselnd
von der Stirn- und Langseite. Ein feiner einfacher Karniss
umgiebt den Rundbogen, wahrend die Gewande der Tiefe der
Nische mit Verzierungen & la greque bemalt sind. Ueber dem
Gebalke tritt dann drei Zoll tief die Wandflache zuriick und
Spuren von stehenden Figuren, von denen aber nur der untere
Saum der Kleider zu sehen ist, verrathen, dass diese Halle
noch bedeutend hdher war, welcher Raum aber jetzt von dem
spiter hinzugefiigten spitzbogigen Ziegelbaue, der nun den
	schonen Nonnenchor tragt, eingenommen wird. — Die nordliche
	Wand bietet ebenfalls noch zwei wohl erhaltene Nischenbilder
in gleicher Grésse. Eines dieser Gemalde zeigt einen heiligen
Bischof mit lang gespitztem weissem Bart, mit einem, mit dem
Fellam versehenen Pastorale. In einer nur noch zur Halfte
sichtbaren -anstossenden Nische sieht man den vierten Theil
einer in reich gestickter Dalmatica gekleideten Figur. In der
letzten Nische dieser nérdlichen Wand tritt das Bild eines ju-
gendlichen, aufwarts blickenden Heiligen mit blondem feinem
Spitzbart hervor, der in der einen Hand einen Palmenzweig,
in der anderen, durch das reich gezierte Pluvial tiberdeckt,
eine Krone hilt. So wie an der westlichen Wand tiber dem
gemalten Gebalke Spuren von stehenden Figuren erscheinen,
so zeigt sich an der nérdlichen Wand ein roth bemalter schmaler
Fries, auf dem noch einige Spuren von Buchstaben ersichilich
sind, aus denen aber, mit Ausnahme des SANC, nicht leicht
auf irgend ein Wort zu schliessen ware. Die Buchstaben haben
noch mehr den Charakter der rémischen Lapidarschrift, als
den der spaéteren romanischen Ménchsschrift, — Der Styl
der Zeichnung ist unverkenntlich byzantinisch, jedenfalls aber
noch vor der Epoche der mumienartigen Vertrocknung; die Ge-
stalten sind noch in gesunderer Fille und Erhabenheit. Bei den
Gewandern ist nach Art der alteren Byzantiner mehr auf bunten
Schmuck, als auf einen angeordneten Faltenwurf gesehen. Aus
allen diesen Andeutungen mag mit Bestimmtheit angenommen
werden, dass diese Tempera-Malereien aus der Zeit Kaiser Hein-
richs Il herrihren.
	16415, пи Мат. Der verstorbene Konig Ludwig Philipp
hatte, wihrend seiner Regierung, bei Gudin 90, die Gross-
thaten der franzésischen Seemacht darstellenden Gemalde bestellt.
Davon befinden sich 63 in Versailles, die tbrigen 27, welche
erst nach der Februar-Revolution vollendet wurden und die
Geschichte der Seemacht vervollstandigen, werden, als Privat-
eigenthum des Hingeschiedenen, nachstens 6ffentlich versteigert
werden, da er in seinem Testament nichts dariber verfigt hat.
Wahrscheinlich wird der Antrag in der Kammer zur Sprache
kommen, diese Bildnisse als National-Eigenthum zu erwerben.

Nach dem kiirzlich erfolgten Tode eines alten Kunstlieb-
habers, des Ritters Dutheil fand man in dessen Nachlass ein
héchst interessantes Gemaélde aus dem 15. Jahrhundert. Es
stelit die bekannte Agnes Sorel, die Geliebte Kinigs Carl VII.
dar und wird der Herzogin v. Etampes zugeschrieben, welche
damals viele Personen des Hofes malte. (B. №.)
	Rom, im Mai. Der, der Gesellschaft Jesu angehorende
Pater Joseph Marchi, der mit der Aufsicht itber die rémischen
	fl. Monographie der von dem vormals k. Poln. und Chur-
firstl Sdchsischen Hofimaler und Professor C. W. E.
	Dietrich radirten, geschabten und in Holz geschnit-
tenen malerischen Vorstellungen. Nebst einem Abrisse
der Lebensgeschichte des Kiinstlers, Verfasst und her-
ausgegeben von J. F. Linck. Berlin 1846, im Ver-
	lage des Verfassers. Leipzig, in Commission bei Ru-
dolph Weigel. gr. 8. 2 Thlr.
	Wenn wir auf das vorstehende, bereits vor ecinigen Jahren
erschienene Werk hier zurtickkommen, so geschieht dies, weil
solches — im Verlage des Verfassers herausgekommen und bis
jetzt nicht auf dem gewodhnlichen Wege des Buchhandels ver-
breitet — vielen Kunstfreunden und Sammlern noch unbekannt
sein diirfte und wir es fiir eine Pflicht halten, dieselben darauf
aufmerksam zu machen.

Seitdem Heinecke im vierten Bande seines ,Dictionaire des
artistes etc. ein Verzeichniss der von dem berihmten Maler
Dietrich radirten Blatter gegeben, war dies der einzige Anhalt,
dessen sich die Sammler bedienen konnten; obgleich die Art
und Weise, wie der Erstere dies Verzeichniss geordnet und
der ganzliche Mangel aller Angaben tiber die Verschiedenheit
der Abdrucksgattungen der Blatter, den Gebrauch erschwerten,
unsicher machten und zu Irrthiimern Anlass gaben.

Durch eine systematische Ordnung, fortlaufende Nummern,
ausfiihrliche Beschreibung und genaue Angabe der Gréssen der
Blatter, so wie durch Anfthrung der vielfachen Abdrucksgat-
tungen und ihre Unterscheidungszeichen, hat dagegen der Ver-
fasser die oben genannte Monographie zu einem sichern Leit-
faden fiir die Sammler Dietrich’scher Radirungen gemacht und
besonders noch durch die, in der Einleitung zum Cataloge ent-
haltenen, Bemerkungen tiber die verschiedenen Gesammt- Aus-
gaben des Dietrich’schen Werkes, zur genaueren Kenntniss
derselben beigetragen.

Auch der, dem Verzeichnisse vorgesetzte, Abriss der Le-
bensgeschichte des Kinstlers verdient die Aufmerksamkeit der
Kunstfreunde, da er tiber Manches bisher Unbekannte Aufschluss
giebt, anderer Seits aber Irrthimliches zurtickweiset.

Die dem Werke beigefiigten zwei vergleichenden Tahellen
der von Heinecke gebrauchten Bezeichnungen mit den neuen
Nummern sind eben so nothwendig, als niitzlich.
	Aeitune.
	Ветий, im Mai. Der Prof. Kiss, welcher die Reiter-
statue des hochseligen Kénigs Friedrich Wilhelm Mil. ftir die
Stadt Kénigsberg in Preussen anfertigte, wird sich zu deren,
am 3. August d. J. bevorstehenden feierlichen Enthillung nach
	der genannten Stadt begeben. (B. N.)
	Saljburg, im Mai. Vor einigen Monaten wurden in unse-
rer ehrwiirdigen Stiftskirche am Nonnberge einige mittelalter-
liche Wandgemalde aufgefunden, welche in Temperafarbe aus-
gefihrt sind. Der eifrige, auf die Erhaltung alter Denkmaler
gerichtete Sinn des Ktisters der Kirche machte darauf aufmerk-
sam. Der Maler Pezolt unternahm die Reinigung. Er fand
an der westlichen Wand einer durch Anbau aus dem 15. Jahr~
hundert lichtberaubten Vorhalle, welche den Zugang zur Glocken-
thurmtreppe bildete, zwei vollkommen erhaltene, mit Rundbégen
liberwélbte Nischen von 3 Fuss Breite, 4 Fuss Héhe und 5 Zoll
Tiefe. Auf der Tiefe der einen derselben trat das Bild eines
Bischofs hervor, mit einem gelben, mit tiefem Roth gesdumten