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	lis, Episcopi Augustani: praepositi ac Domini in Klvvangen: ad
Die honorem, Ecclesie sue, suorumg3 clericorum profectum
novis typis 495 Мей рошй, elegantissime excusum. Anno
Sal: 1555, gr. Fol.
Das Ganze enthalt 471 paginirte Blatter. Auf der Rickseite
des letzten steht: Explicit missale — Impressum vero est Mis-
sale hoc Dilinge in edibus Sebaldi Meyer Anno 1555, mense Julii.

Der Titel befindet sich in einer Holzschnitteinfassung, in
welcher oben das bischéfliche, mit dem Cardinalhut bedeckte
Wappen, ein quadrirter Schild, das erste Feld senkrecht ge~
theilt, im zweiten und dritten Felde drei uber einander stehende
Lowen, als Familienwappen des Cardinal-Bischofs Otto Truch-
ses von Waldburg, 1543—1572, und im vierten eine Inful.
Auf der rechten Seite des Titels ein leidender Christus, aus
dessen Seitenwunde Blut in einen Kelch fliesst. Gegentiber
eine Tiare und ein geisllicher Ornat tiber ein Kreuz gehiingt.
Unten fiinf Brustbilder von Heiligen, mit den Unterschriften:
$. Afra, S. Dionisius, S. Hilaria, S. Narcissus und 8. Digna.

Auf der Riickseite des Titels befindet sich ein Holzschnilt
12 Zoll 5 Lin. hoch und 82 Zoll breit. In der Mitte die Jung-
frau Maria mit dem Kinde, auf Wolken schwebend, in der
Rechten ein Buch haltend. An jeder Seite derselben ein Engel.
Rechis von der Maria die h, Afra, ganze Figur, in einem weit-
faltigen Gewand, mit einer Zackenkrone auf dem Haupt, ge-
bundenen Handen und mit einer Kette an einen Baum gefesselt.
Zur Seite schligt еше Flamme hervor. Links der h. Ulrich in
bischéflicher Tracht. In der Rechten ein Bischofsstab, in der
Linken ein Buch, worauf ein Fisch liegt. Diesen beiden Hei-
ligen werden von zwei tiber denselben schwebenden Engeln
Kreuze gercicht. In der Mitte oben der h. Geist in einem Nim-
bus und oben links Gott Vater. Rechts in der oberen Ecke,
in Wolken, das obige Monogramm und dariiber 1555. Unten
in der Mitte ist das Wappen des Cardinal-Bischofs Olto, wie
auf dem Titel, angebracht. Zu beiden Seiten haiten Engel aber-
mals Wappenschilde. In dem rechts ein quadrirter Schild, mit
einem Léwen auf einem querlaufenden Balken, im ersten und
vierten, und einem Kreuz im zweiten und dritten Felde. In
dem Wappen links ein schrég links laufender Balken, dariber
und darunter jedesmal zwei Lowen.

Auf der Riickseite des Biattes 169, vor dem Canon, be=
findet sich, wie gewéhnlich in allen Missales, die Darstellung
Christi am Kreuz, 12 Zoll 1 Linie hoch und 8 Zoll 3 Linien
breit. Rechts neben dem Kreuz Johannes, mit Heiligenschein
und erhobenen Handen, nach Christus emporblickend, Links
Maria, mit gesenktem Haupt und iiber die Brust gekreuzten
Handen. Am Stamme des Kreuzes cin Schadel und zwei Kno-
chen. Im Hintergrunde eine Ansicht der Stadt Jerusalem und
die Darstellung der Kreuztragung. Ohne Monogramm, jedoch
offenbar von M. Geron.

Alsdann wiederholt sich zehnmal in dem Werke ein reich
im antiken Styl gebildeter, auf zwei Sdulen ruhender Bogen,
In dem Bogenfelde ist die Krénung der Maria durch die Drei-
faltigkeit, und in den Zwickeln schwebende Engel mit Kreuzen
und Oelzweigen dargestellt. Auf den Sdaulen stehen rechts
Petrus und links Paulus in ganzen Figuren. Am Sockel der
аще rechts ist jedesmal das Truchses’sche Wappen mit dem
Cardinalshut, und an jener links zwei Figuren, welche einen
Kranz halten, worin ein Pelikan. Das Mittelfeld zwischen den
beiden Saulen ist blos auf dem ersten Blalte mit der Darstel-
lung des Messopfers versehen. Zwischen den Saulenfiissen sind
1 Zoll hohe und 5 Zoll breite Darstellungen, abwechselnd aus
dem Leben Christi oder aus der Legende der Heiligen, jedes-
mal mit dem angegebenen Monogramm, eingedruckt. Аиззег-
dem ist das Werk mit ciner grossen Menge phantastisch gebil-
	sten Beweis fir die Stimmung der Kinsler, die, wenngleich
stets bemiht, ihren grossen Konig durch Bilder und Skulptur-
werke ) zu verewigen, dennoch mit auf das Monument Ъе-
ziglichen Entwirfen zurickhielten.

Beilaufig sei noch bemerkt, dass Napoleon, nachdem er
am 27. Oktober 1806 in Berlin eingezogen war, auf seinen Be-
fehl alle Abbildungen, welche Friedrich den Grossen betrafen,
nach Paris schaffen liess. (Forts. folgt.)
	Der Maler und Formschneider Mathias Geron aus Lauingen.
		Bartsch fithrt dieses Monogramm im Th. IX. S. 155 des
peintre graveur als ein unbekanntes an und beschreibt fiinf da-
mit bezeichnete Holzschnitte, Scenen aus der Offenbarung Jo-
hannis darstellend.?) Brullict, Th. I. No. 2203 seines Lexicons,
theilt ebenfalls in sechs verschiedenen Abbildungen dieses Mo-
nogramm mit, von welchen eine mit dem J. 1548 und eine an-
dere mit 1555 versehen ist und sagt, dass Christ und Gori
dasselbe dem Mathias Griinewald zuschrieben, welcher je-
doch in den angefihrten Jahren nicht mehr gelebt haben konne.
Zugleich wird bemerkt, dass sich dasselbe a) in der Kirchen-
ordnung des Pfalzgrafen bei Rhein, Ottheinrich, vom J. 1543,
8° und b) in dem Missale fiir die Diécese Augsburg v. J. 1555,
gr. Fol. befinde. In der folgenden No. 2204 kommt abermals
dasselbe Monogramm mit dem J. 1551 als jenes des Historien-
malers Mathias Geron aus Lauingen vor, welcher ein auf
dem dortigen Rathhause befindliches Gemilde, die Belagerung
dieser Stadt durch Car] V darstellend, gemalt haben soll. Pas-
savant beschreibt im Stuttgarter Kunstblait, 1841, 8. 431 ein
im Besitze der Galerie des Duca Litta Visconti Aresi in Mai-
land, die Geschichte des Paris und die Zerstérung von Troja
darstellendes Gemalde, welches bestimmt in der oberdeutschen
Malweise und sehr zierlich in dem Costiime des 16. Jahrhunderts
ausgefihrt ist. Auf einer Tafel, welche den allgemeinen Her-
gang der dargestellten Geschichte in lateinischer Sprache ent-
halt, stehen foloende Zeichen, mit der Jahreszahl 1540.
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	Alle diese Monogramme bezeichnen wohl einen und den-
selben Kistler, wie aus dem von Brulliot angefihrten, jedoch
wahrscheinlich nicht selbst durchgesehenen Augsburger Missale
hervorgehen diirfte. Dasselbe tragt den Titel:

Missale secundum ritum Augustinensis ecelesie diligenter
emendatum et locupletatum: ac in meliorem ordinem q3 ante
hac digestum. Mandato et impensis Rev: ac illust: Principis
ae Dni, Domini Othonis tituli sancte Sabine presbyteri Cardina-
	1) Katalog von 1808: Rode: Friedrich der Grosse als Dichter. — Die
Muse schreibt Friedrichs Thaten auf; zwei gréssere Oelbilder. — D. Berger:
Fanf Scenen aus dem Leben Friedrichs; in Kupferstich, — Puhlmann:
Friedrich If im Dom zu Berlin u.s.w., grosses Oelbild. — Prof. Ringk:
Vier Kupferstiche zur Kriegsgeschichte Friedrichs I. — Schadow: Biste
Friedrichs I. — Bettkober: Friedrich II. sitzend, ein Modell in halber
Lebensgrésse. —- Bardou: Friedrich der Grosse zu Pferde und Biste des
Kénigs. — Zimmermann: Bildniss Friedrichs des Grossen. — Bretzing:
Friedrich Il, ganze Figar nach Frisch gezeichnet. — Katalog von 1810
nichts von Bedeutung, das Denkmal betreffend.

2) In R. Weigels Kunstkatalog , No. 16754, sind 13 Blatter gr. Fol. unter
dem Namen M. Geron, meist Bilder aus der Offenbarung Johannis, Christus,
Petrus und Paulus jagen die Verkdufer aus dem Tempel, vorgefihrt. Alle
tragen das Monogramm und die Jahreszahlen 1544, 1546, 1553 und 1554,