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Vorbericht.
Zufammenhang der Wissenschaften dieses Unternehmen für ein Abentheuer oder Wunderstern erkannten, desen Einslug auf ihren Dunstkreiß von keiner Echeblichkeit fern würde. — Es giebt Leute, welche alles dasjenige, was aus ihren Horizont nur etwas hinausläuft, mit einer gewißen Verachtung und Blindheit anfehen, und ihre Nachbaren deshalb mit den Schwärzesten Farben zu schildern suchen. Was nun fernerhin davon geurtheilt werden wird, dieses wird die Zeit lehren, jetzt aber ist es meine Pflicht, den Lieder von alledem zu unterrichten, was der Endzweck mei, nes Vorhabens mit sich bringt, damit er seinen Maaßkab nach dem Umfang der Sache desto befer einrichten möge. Man erkenne also aus dem, was ich jest fagen werde : 1) die Bewegungsgründe dies Unternehmens und den Zufammenhang deselben, mit der Mahlerey; 2) was andere schon hierinn geleistet, und den Unterschied zwischen mir und ihnen;
3) den Nußen dieser Sache auf andere Künste und Wissenschaftenz und endlich 4) urtheile man über die Möglichkeit und Ausführung dies Unternehmens felbf.
I.
Bewegungsgründe und Zufammenhang dieser Sache mit der Mahlerey.
Das, was mich zuerst auf die Gedanken brachte ein Farbenlexikon zu schreiben, war dieses. Ich fand bey meinem Unterricht in den bildenden Künfen, keine geringe Schwürigkeit meine Schüler in den Farben zu unterrichten, wenn sie von der Zeichenkunst den Nebergang zur Mahlerey machen wollten. Der Grund davon war dieser: das viele auch der besten Zeichner von der Natur kein Talent zum Coloriren erhalten hatten. Bey aller angewendeten Mühe fowol von meiner als ihrer Seite, konnte ich es kaum dahin bringen, daß sie eine Rose oder sonk eine Blume in Farben fehen lernten, denn das wahre Colorit war immer noch sehr weit entfernt. Ein jeder Kunsiverständige, welcher praktische Uebungen hierinn gehabt, wird mir hierinn Recht geben und eingestehen, daß das Talent der Farbengebung von einer glücklichen Geburt seinen Ursprung nehme. Demohngeachtet aber verlangt, und zwar nicht ohne Grund ein jeder, der sich dem Zeichnen und der Mahlerey widmen will, das man ihn nicht blos mit allgemeinen Grundfäßen abspeise fondern ihm