Vormort,
Als ich vor zehn Jahren die Aufgabe übernahm, für die Jolge der KünftlerMonographien einen Band über Menzel zu schreiben, hielt ich es für meine Bflicht mich mit dem ehrwürdigen Meister, über dessen Künstlertätigkeit da berichtet werden sollte, ins Einvernehmen zu sehen. Menzel erklärte sich damit einverstanden, daß ich die Monographie über ihn schriebe; nur verbat er sich alle „Lobhudeleien“. Der Vielbeschäftigte und Unermüdliche unterzog sich dann der Mühe, das ganze Manuskript mit der ihm eigenen Gewissenhaftigkeit durchzusehen. Sachliche Berichtigungen, Änderungen des Ausdrucks, Zufäße, Streichungen hat er daran vorgenommen. Zu seinem achtzigsten Geburtstage wurde ihm ein Exemplar des gerade fertig gewordenen Buches überreicht, und an eben dem Tage sprach er mir seine Zufriedenheit mit meiner Arbeit aus.
Den späteren Auflagen wurden nur einige Angaben über die lebten Jahre am Ende des Buches hinzugefügt.
Nun ist Adolph von Menzel tot. Sein Lebenswerk liegt abgeschlossen vor uns. Aber die Ehrfurcht vor der großen und merkwürdigen Persönlichkeit Menzels verwehrt es mir, dem Buch über fein Lebenswerk eine andere Faffung zu geben, als die es ist, in die er selbst hineingearbeitet und die er gutgeheißen hat.
Kassel, im Herbst 1905.
H. Knackfuß.