einer glanzenden Herausgabe durch Vermittlung der Gropius’schen Kunsthandlung (Ernst und Korn) zu verdffentlichen. Der kunstgeschichtliche
Werth dieses Prachtwerkes, das Ende dieses Jahres erscheinen soll,
wird um so héher anzuschtagen sein, da es zugleich treue Abbildungen
der durch einen giinstigen Zufall sichtbar gewesenen Mosaikgemialde
der Sophienkirche bringen und auch die tbrigen mittelalterlichen Monumente Constantinopels behandeln wird.
Н, \. Der hiesige Maler und Lithograph J. C. Schall (Lindenstrasse 48), der sich bekanntlich seit einer Reihe von Jahren mit mihsamen, das Technische der Malerei u. s. w. betreffenden Studien beschaftigt, hat vor noch nicht langer Zeit eine héchst interessante und nicht
genug zu beachtende Erfindung gemacht. Es ist ihm namlich gelungen,
durch die Photographie einen Lichtmesser (Pholometer) herzustellen,
vermittelst dessen ein Jeder leicht im Stande ist, zu jeder Tageszeit
den Grad der vorhandenen Lichtstérke (Lichtintensitét) mit grdésster
Genauigkeit zu bestimmen. Das Instrument selbst ist ausserst einfach,
ebenso die Anwendung desselben. Ersteres besteht der Hauptsache
nach aus einer treuen Copie einer photographisch gewonnenen und
sodann zweckmissig eingetheilfen (graduirten) Skala von Ténen. Um
nach dieser, zu jeder Zeit die herrschende Lichtstéarke zu beslimmen,
bedarf es nur eines, durch Eintauchen in eine salmiak~ und salpetersaure Ammoniaksilber -Lésung, praparirten Kartenpapieres, das, leicht
getrocknet, zwischen Fliesspapier gelegt, dem Lichte etbwa 15 Sekunden
ausgesetat wird. Durch ein Vergleichen des so auf dem’ Papiere erzeugten Tons mit denen der Skala ergiebt sich dass gewiinschte Resultat.
Wenngleich diese Erfindung noch als eine zu junge zu betrachten
ist, um schon jetzt den ganzen Umfang ihres praktischen Nutzens
bestimmen zu kénnen, so leuchtet doch so viel ein, dass sie vornamlich
auch fair den Maler von Wichtigkeit wird; denn mit einem solchen
Lichtmesser versehen, wird es ihm ein Leichtes sein, nicht nur das Licht
in seinem Atelier im Verhaltniss zu anderen Riumlichkeiten, sondern
auch den Lokalton, in welchem er ein Bild, namentlich die Studien
dazu auszuféhren beabsichtigt, zu bestimmen, mit einem Worte: ein
stets gleiches Licht fir seine Zwecke zu ermessen.
Eine noch andere Erfindung von Schall, worauf wir ebenfalls
die Maler aufmerksam machen, bildet eine Reihe von Oelfarben,‘) die,
da sie die Kigenschaften der Deckund Lasurfarben in sich vereinigen
. und sich ihre Unzerstorbarkeit bereits durch mannigfache Versuche und
jahrelange Anwendung bewahrt hat, eine gréssere, ja allgemeine Verbreitung verdienen. Kiinstler wie die Hrn. Prof. C. Begas, H. Dahling,
J. S. Otto, Herbig u. A., welche sie schon seit ihrer Entstehung benutzten, haben sich bereits aufs ginstigste dariber ausgesprochen. —
Méchte doch der alte Schlendrian, in welchem so viele Kinstler be1) Es sind dies folgende metallische Farben: Krapp van Dyk, AmetistBlau, CyanBlau, Kirschbraun, Rothbraun, Metall - Schwarz.
I Gréssere Werke.
Auswahl von Neuigkeiten
harren und der sie zumeist abhait, Neues und Gutes, gegen Altes, Gewohntes und Anbequemtes zu verlauschen, allmalig ein gewiinschtes Ende nehmen.
FE. Wir freuen uns, unsern Lesern mittheilen zu kénnen, dass
die dem Hrn. Passavant, in Frankfurt a. M,, auf eine so empdrende
Weise beigebrachte Verwundung in bester Heilung begriffen ist, Wir
haben uns schon eigenhandiger schriftlicher Mittheilung von ihm, unserm geschatzten Mitarbeiter, zu erfreuen. Leider haben die Untersuchungen, wie schon bei friheren ahnlichen Fallen, nicht zur Entdeckung des Frevlers gefihrt.
Von dem im gemeinschaftlichen Verlage von Joh. Aug, Meissner
in Hamburg, und Jul. E. Richter in Leipzig erschienenen Werke: Jules
Gailhabaud’s Denkmaler der Baukunst. Unter Mitwirkung von Franz
Kugler und Jacob Burckhardt, herausgegeben von Ludwig Lohde, Architekt und Lehrer am Kénigl. Gewerbe-Institute in Berlin. 1852.
400 Tafeln und aber 90 Bogen Text. 4 Bd. Gr. 4. Cartonnirt.. Preis
100 Thir., haben die Kénigl. Preuss, Ministerien fir ,Handel, Gewerbe
und dffentliche Arbeiten,“ so wie ,der geistlichen, Unterrichtsund
Medizinal - Angelegenheiten ,“ — eine gréssere Anzahl completer Exemplare zur Vertheilung an geeignete Bibliotheken angekauft.
Hb, Sadjwerit. G. Lenthe hat ein héchst vortreffliches Portrait des nach Dresden berufenen Oberkirchenrathes Dr. Kliefoth vollendet, welches in seiner Ausfihrang sprechende Aehnlichkeit mit Wiirde
und Ernst der Haltung verbindet. Es hatte in dem Grade den Beifall
Sr. K6nigl, Hoh. des Grossherzogs, dass derselbe sofort eine Wiederholung beim Kanstler bestellte. Das Urbild wird fir die. zahlreichen
Verehrer des Geistlichen gestochen und in den Kunsthandel kommen.
S. Braunf{dwetg. Die Lessing-Bildsdule, welehe am 17. August glicklich aufgestellt worden ist, wird nicht am 1. September, wie
die Zeitungen gemeldet haben, sondern wahrscheinlich am 1. October
erst enthillt werden. . Sie sollen éines rechtzeitigen Berichtes @Бег 41е
Feier von unserer Seite nicht entbehren. :
pe Main. August. Wir haben einen Schatz in unseren Mauern,
der uns leider, da unserer Stadt die Mittel fehlen, entrissen werden
wird: es ist dies die in der Hinterlassenschaft des hier verstorbenen
Rentners J. B. Bollermann sich vorgefundene ausgezeichnete Gemildesammlung. Sie soll so eben versteigert werden. Den Kennern und
Forschern in diesem Gebiete machen wir hier zugleich die interessante
Bemerkung, dass das im Cataloge unter 497 verzeichnete Bild: ,Magdalena mit dem Christuskinde*, von Anton Coypel, von vielen ihrer
Collegen nach langen Prifungen und Debatten, fiir das verloren gegangene Bild: ,Die Madonna mit der Viola von Raphael“ erkannt ist.
Dieses genau zu untersuchen, wire wohl eine Reise hierher werth, da
neben diesem Bilde die bedeutendsten Meister aller Schulen vertreten sind.
des deutschen Kunsthandels.
ое von Asmus Jacob Carstens in der grossherzogl. Kunstsammlung zu Weimar. In Umrissen gest. v. W. Miller. Mit Erlduterungen yon Chr. Schuchardt. IV. Heft. KI. Qu.-Fol. Weiss Papier
20 Sgr, Chin, Pap. 1 Thr. Leipzig, Rudolph Weigel.
Kinderhimmel. In Zeichnungen von Gustav Sis. Mit Versen und Reimen
von W. Herchenbach und G, Sis, Farbendruck von Winckelmann
& Sohne in Berlin. Gr. 4. cart. 3 Thir. 20 Sgr. Dusseldorf, Buddeus’
Verlag. ,
Ornamente aller klassischenKunstepochen nach den Originalien in ihren
eigenth. Farben darg. von Wilh. Zahn, VH.u, VIIE Heft. KI. Qu.-Fol.
& 2: ТЫг. Berlin, D. Reimer.
Arabische und alt-indische Bauverzierungen. Gesammelt und gezeichnet vy.
F. M. Hessemer. VI. Heft. Kl. Fol. 2 Thir, Ebend.
Die Bader der-Grafschaft Glatz und ihre Umgebung. 15 Ausichten nach der
Natur gezeichnet von F. Koska. Lith. von Loeillot. Gr, Qu.4. Tondruck, 3 ThIr. 20 Sgr. Breslau, Trewendt & Grainer.
. (Wird fortgesetzt.)
The Holy Family. (Das Original in ег Майопа! - Galerie in London.) Gem.
von Murillo. Gest. vy A. Bridoux. Gr. Fol. 17 Thir. 15 Sgr. Ebend.
Planche unique dessinée et lithographiée p. Balthasar Paul Omeganck.
Avec une lettre authographe et un recu du Peintre Blomaerts constatant son originalité. Kl. Qu.-Fol. in Umschlag. 1 Thir. Briissel, B. van
ег Кок.
‚ № EKingelne Blatter.
Monuments d’architecture et de sculpture en Belgique. Dessins d’apres nature lithographiés en plusieurs teintes p. F. Stroobant. Texte p. Félix
Stappaerts. 7—9. Lief. Gr. 4 & 1 Thier. 24 Sgr. Briissel, C. Muquardt.
Die Geschichte des deutschen Volkes in 15 Bildern dargestellt y. Karl Heinr.
Hermann. Gest. v. H. Merz, Carl Gonzenbach und H. Nésser.
Mit Text vy. Dr. RB. Foss. 3Lief. Qu.-Roy.-Fol. 6Thlr. Gotha, J. Perthes.