Die bier zufammengeftellte Geigerfde Sammlung bedeutet einen wertvollen Beitrag zur Stilfunde der zeitgendffifchen deutschen Kleinfunft. Wie in feinen Erlibris ist auch hier der Ausdrud des rein deforativen Gebrauchsartifels auf das prgnantefte fonzentriert. Reines der Signete verfehlt feine Wirkung, in Bild und Schrift. Ein jedes hinterlgt den Eindrud feiner markanten Einfachheit und es erfullt damit feinen wefentlichen Zwed. 2Bie die Seiden in Unwendung gelangen, ob die Jnitialen als Budjdmud, als Briefverschluffe oder Brieffopfmonogramme Berwendung finden: fie reden ihre eigene Sprache, wo fie fich zeigen. Und mit welch geringen Mitteln Geiger fleine Edelfteine zu schleifen versteht, zeigen die beiden Portrait-Gemmen, die den Unfang der Reihe bilden. In ein paar Kreuzfrichen ist das Charakteriftifdje des Ropfes gegeben; und mit einer elementaren Sicherheit past fich alles dem fleinen Raum ein. Mit ficherem Empfinden hat hier der Knftler das eigentliche deforative Moment in einer gnzlich unfomplizierten Schrift zum Ausdrud gebracht, die fich durch die Grundfruftur der teilweife gebrochenen Strichelung dem rein Bildlichen unaufdringlich ansdmiegt, dem Hauptmoment den abschlieenden Reiz verleiht und die Gefamtwirfung des Markendarafters der Gemmen dem Auge einprgt. 
Hier zeigt der Rnftler in jedem Blatt, was er bei jedem feiner Erlibris neu offenbart: Durchgeiftigung und fichere Intuition. Das lt den unbefangenen und unbeeinfluften Betrachter diese fleinen Schpfungen des eigenartigen, originalen Rnftlers fogleich liebgewinnen.
Frankfurt a. M.
17. 1. 1910.
Carl Fr. Schulz-Euler (Hanns Wolfgang Rath)