In einer sibirischen Stadt
Weit von Moskau, im Gebiet Kemerowo, breiten sich in einem Talkessel des Kusnezkbeckens, eingeschlossen von den Auslufern des Altais, die H userblocks der neuen sowjetischen Stadt Stalinsk aus. Hier gab es noch vor 20 Jahren nichts als nat rliche Wiesen mit wildwachsendem hohem Gras und Birkengeh lz.
Sibirien... Viele Lieder und Erzhlungen besingen seine rauhe, aber einzigartige Sch nheit. Unter dem Zarismus war Sibirien ein wenig bev lkertes Land, in das Ru lands beste S hne, die f r das Gl ck und die Freiheit des Volkes gek mpft hatten, verbannt wurden. Damals dachte niemand daran, Sibirien in ein bl hendes Land zu verwandeln und die ungez hlten Sch tze, die sein Boden birgt, zu heben.
Unter der Sowjetmacht hat ganz Ruland sein Antlitz ver ndert, und auch das ferne Sibirien hat sich gewandelt, ist zu einem ganz anderen Land geworden.
Vor 20 Jahren begannen die Vlker der Sowjetunion mit der Verwirklichung ihres ersten F nfjahrplans. Damals regte der F hrer des Sowjetvolkes, Joseph Wissarionowitsch Stalin, die Idee an, im Osten des Landes eine neue Kohlenund H ttenbasis zu schaffen. Hier sollten erstklassige Werke entstehen, die mit der verkokbaren Kohle von Kusnezk aus den beraus reichen uralischen Eisenerzen Tausende Tonnen Eisen, Stahl und Walzgut gewinnen und dem Lande schenken. Das ganze Sowjefland beteiligte sich an der Errichtung des Kusnezker H ttenkombinats. Neben diesem Werk aber erwuchs Haus nach Haus, Wohnblock nach Wohnblock, Stra e nach Stra e eine neue Stadt.
Dieser Stadt ist die vorliegende Nummer der ZeitschriftUdSSR im Bau gewidmet.
In der aus einer Fabriksiedlung entstandenen jungen Stadt Stalinsk pulsiert das gleiche vollbltige, sch pferische Leben wie in allen anderen St dten der Sowjetunion.
Dreieinhalbtausend Kilometer trennen Stalinsk von Moskau, aber trotzdem ist die Stadt eng mit dem Zentrum des Landes verbunden. Hierher kommen Lektoren aus Moskau, Leningrad, Kemerowo, Nowosibirsk. Die grten Theatergemeinschaften der Hauptstadt schicken ihre Schauspieler auf Gastrollen nach Stalinsk. Im Sommer 1949 trat hier die Volksk nstlerin der UdSSR Valeria Barsowa auf, zeigte das Staatliche Wachtangow-Theater der Stadt seine neuen Auff hrungen.
Fr den Aufbau der Stadt und die Arbeit ihrer Betriebe bekundet das ganze Land Interesse. Die zentralen Zeitungen Prawda und Iswestija ver ffentlichen h ufig Aufs tze ihrer Berichterstatter aus Stalinsk.
Die Industrie von Stalinsk nimmt mit jedem Jahre einen weiteren Aufschwung, und jeder Werkttige kann hier Verwendung f r seine Kr fte und F higkeiten finden. Niemals seit der Grndung der Stadt haben ihre Bewohner Furcht vor Arbeitslosigkeit gekannt. Das Wort Arbeitsamt existiert in ihrem Wortschatz nicht.
In den lngst verflossenen Jahren vor der Revolution wurden die Worte Ehre und Metallurg niemals nebeneinandergestellt. Heute aber tragen in Stalinsk 114 Stahlgie er, Hochofenarbeiter und Walzer den Namen Ehrenmetallurg . Dem Arbeiter Alexander Tschalkow, einem Meister der Schnellgie methoden, wurde der Stalinpreis zugesprochen. Der H uer Wassili Lichanow aus der Dimitroff-Grube erhielt den Ehrennamen Held der Sozialistischen Arbeit. Das ist die h chste Auszeichnung, die ein B rger der UdSSR sich durch seine opferm tige Arbeit verdienen kann.
Der Wunsch, ihr Land noch reicher und das Leben noch schner zu machen, beseelt die Bewohner von Stalinsk zu wahren Arbeitsheldentaten. Sie wetteifern miteinander sowie mit den Metallurgen von Magnitogorsk, einer anderen neuen Stadt im Ural. W hrend des Krieges wurde das Kusnezker H ttenkombinat dreimal mit Orden ausgezeichnet. Das Kombinat hat den Nachkriegsf nfjahrplan der Stahlund Walzguterzeugung in drei Jahren, der Roheisenerzeugung in dreieinhalb Jahren erf llt und durch berplanm ige Verringerung der Gestehungskosten dem Staat eine Ersparnis von 100 Millionen Rubel eingebracht. Im laufenden Jahr hat das Werk sich im sozialistischen Wettbewerb der H ttenbetriebe des
Landes den ersten Platz erobert.Bestes H ttenwerk der Sowjetunion — dieser Name ist dem Kusnezker Kombinat beigelegt worden.
Arbeit, die Freude bereitet, sinnvolle und schpferische Arbeit ist nur dort m glich, wo der Mensch f r sich selbst schafft, wo alle Reicht mer dem Volk geh ren.
Im Sowjetland gehrt alles dem Volke selbst — die politische Macht, der Boden, die Fabriken und Gruben, die Banken, die Techniken und Universit ten, die Krankenh user und Polikliniken, die Theater und Parks, die Bibliotheken und Stadien...
Die politische Macht in der Stadt wird von einfachen Menschen ausgebt, die in den Stadtsowjet der Deputierten der Werkt tigen gew hlt worden sind. Die Deputierten beschlie en den st dtischen Haushalt, sie berwachen die richtige Verausgabung der Geldmittel, sie sorgen f r die bauliche Ausgestaltung von Stalinsk, f r den Aufschwung der Volksbildung, f r erweiterte und verbesserte medizinische Betreuuung der Bev lkerung. Keine einzige die Lebensinteressen der Stadtbewohner ber hrende Frage bleibt au erhalb des Gesichtskreises des Stadtsowjets.
Geehrt und angesehen ist in dieser Stadt ebenso wie in allen anderen Stdten der Sowjetunion derjenige, der fruchtbringende Arbeit leistet, der sein Schaffen, seine Kr fte f r die Gesellschaft einsetzt.
Die Liebe und Achtung seiner Mitbrger genie t Anton Lauschkin, ein alter Meister der Martinabteilung, der viele Jahre an Stahlgu fen gestanden hat, jetzt eine hohe Pension bezieht, aber auch heute noch Stahlgie er ausbildet. Grigori Kasarnowski, der lteste Ingenieur, einer der Erbauer des Werks; der hervorragende Chirurg Nikolaj Smirnow, der vielen Menschen das Leben gerettet und die Gesundheit erhalten hat; der Architekt Browkin, nach dessen Entw rfen in der Stadt Dutzende von H usern gebaut worden sind; der junge Stahlgie er Alexander Schaschkow, der sich mit allen Feinheiten seiner komplizierten Kunst vertraut gemacht hat, und viele andere das sind die angesehenen Menschen von Stalinsk.
Jeder Bewohner der Stadt wei, da auch er ein ebenso namhafter B rger der Stadt werden kann. Seine Zukunft liegt in seinen eigenen H nden. Er kann arbeiten — die Arbeit reicht f r alle; er kann lernen, seine Kenntnisse vervollkommnen in der Stadt gibt es viele und mannigfaltige Lehranstalten und Kurse; er kann sich, ohne die Arbeit aufgeben zu m ssen, jede beliebige Bildung aneignen, auch Hochschulbildung nicht ausgenommen. In Stalinsk sind viele Menschen, die als einfache Maurer, Zimmerleute, Erdarbeiter in der Stadt eintrafen, sp ter zu hochqualifizierten Arbeitern, Technikern und Ingenieuren geworden.
Unter denen, die zum Bau des Werks in Stalinsk eintrafen, befand sich auch der junge Arbeiter Iwan Kusmitschew. Hier absolvierte er ein Technikum. Als der Krieg ausbrach, ging auch Kusmitschew an die Front. Nach seiner Entlassung aus dem Heere bezog er das Htteninstitut in Stalinsk und legte mit Auszeichnung das Diplomexamen ab. Jetzt ist er Ingenieur im zentralen Laboratorium des Kombinats. Der fr here Elektromonteur Lew Sokolow ist heute Dozent am H tteninstitut und Kandidat der technischen Wissenschaften. In K rze wird er seine Doktordissertation verteidigen. Oberingenieur Viktor Smirnow, Hochofenabteilungschef Boris Sherebin und viele andere Produktionsleiter des Kusnezker Kombinats haben ihre Hochschulbildung in Stalinsk erworben.
Die Bewohner der Stadt besitzen alle Mglichkeiten, die Freizeit nach ihrer achtst ndigen Arbeit gut, interessant und kultiviert zu verbringen. Sie haben sch ne Wohnungen mit modernem Komfort oder Eigenheime. Der Palast der H ttenarbeiter mit seinen mannigfaltigen Kabinetten und Zirkeln bietet ihnen Gelegenheit, sich als Liebhaberk nstler zu bet tigen. Stalinsk besitzt zwei Theater, zahlreiche Lichtspielh user und Klubs, 61 Bibliotheken, Parks, Stadien sowie eine Wasserstation. Alle Arbeitenden erhalten j hrlich den gesetzlich festgelegten bezahlten Urlaub, den sie entweder in den in wunderbarer Gegend unweit der Stadt gelegenen Erholungsheimen und Sanatorien, in der Krim oder im Kaukasus verbringen. Es finden sich auch viele Liebhaber, die es vorziehen, in der Taiga zu jagen oder auf Fischfang auszugehen, denn Wildbret und Fische gibt es ringsum in Mengen.
Auch der Sport findet in Stalinsk begeisterte Anhnger. Die 20 000 Mitglieder der 11 in der Stadt vorhandenen Sportvereinigungen veranstalten Meisterschaftsk mpfe auf Fu ballfeldern und Tennispl tzen, an Schachtischen, auf Eisbahnen und im Skigel nde.
So pulsiert das Leben in Stalinsk, einer von vielen Stdten der Sowjetunion.